Freunde Palästinas:
Eine harte Hand mit "Solidarnosh"
Israel hasst die Aktivisten der internationalen Solidarität ebenso wie die israelischen Friedensaktivisten. Israel mag die jungen Internationalen nicht, die mit wachsamen Augen die Ereignisse in den besetzten Territorien verfolgen. Israel will nicht, dass die Welt sich mit den leidenden und unterdrückten Palästinensern solidarisiert. Diese originalen Augenzeugen erreichen eine Änderung in der internationalen öffentlichen Meinung zu dem ewigen Konflikt im Mittleren Osten.
Das Problem mit diesen jungen "Solidarnosh" die alle aus dem Ausland anreisen, aus Europa, Amerika, Australien oder sonst woher, um ihrer Solidarität mit den Palästinensern durch aktives Handeln Ausdruck zu verleihen, ist das, dass sie das illegale und kriminelle Vorgehen der israelischen Besatzungsarmee erkennen und das Verhalten einer der stärksten Armeen der Welt gegen eine unbewaffnete Bevölkerung öffentlich machen. Sie sehen die tägliche Brutalität der Israelis und ihrer Kriegsmaschine gegen eine belagerte Nation, nicht nur im Freiluftgefängnis des Gazastreifens, sondern in der, einem Schweizer Löcherkäse gleichenden und zersiedelten Westbank-Enklaven.
Die Tatsache, dass diese internationalen Friedensaktivisten der schmutzigen Fratze der Okkupation die Maske vom Gesicht reißen, ist die große Wut der Israelis. Hier wird eine "Nation", eine Ideologie und ein politisches Regime getroffen, welches sich selber als "die einzige Demokratie" des Mittleren Ostens bezeichnet. Israels traditionelles Image als eine "Opfernation" in einer Welt von Terroristen und blutdürstigen Judenfressern verweht im Wind.
Gerade jetzt ist es sehr irritierend für Israels Meinungsmacher, dass eine nicht geringe Zahl junger Israelis an den wöchentlichen Demonstrationen gegen die Trennungsmauer teilnehmen. So in Bil'in, Ni'lin Maasara und anderen gefährdeten Orten in der Westbank. Ebenso verärgert die Teilnahme israelischer Linker an Sitzblockaden gegen die ethnischen Säuberungen und die Zerstörung von palästinensischen Wohnhäusern in Ostjerusalem.
Während der letzten 4 Wochen sorgten die israelischen Besatzer für die Deportation einiger ausländischer Friedensaktivisten über den Flugplatz von Tel Aviv. So die tschechische Bürgerin Eva Novakova, wegen des abgelaufenen 3-Monatsvisums. Eva wurde in ihrer Wohnung in Ramallah festgenommen. Später brachen israelische Besatzungssoldaten in die Wohnung des spanischen Journalisten Adrianda Jove Marti und der Australierin Bridgette Chappell ein und verhafteten sie mit der gleichen Beschuldigung. Der US-Jude Jared Malsin, der als Herausgeber einer englischsprachigen Website der örtlichen Nachrichtenagentur Maan arbeitet, wurde ebenfalls abgeführt und 24 Stunden auf den Flughafen Tel Aviv festgehalten und danach deportiert.
Gerade mal 7 Jahre ist es her, dass die US-Friedensaktivistin Rachel Corrie, von der Internationalen Solidaritätsbewegung ISM, während einer Demonstration durch einen Bulldozer der israelischen Landräuber getötet wurde. Der Bulldozer zerstörte gerade palästinensisches Eigentum und Rachel stellte sich ihm in den Weg. Filmaufnahmen beweisen die Absicht des Fahrers. Die 23-jährige starb im März 2003. Der junge britische Fotograf Thomas Hurndall wurde 2004 in Rafah erschossen. Israelis ermordeten den 22-jährigen durch einen Scharfschützen als er gerade 2 palästinensische Mädchen beschützen wollte.
Was das zionistische Establishment am meisten erregt, ist, dass diese jungen Menschen kommen, um Zeugen der Untaten im Land zu werden. Diese Jugend traut nicht den gekauften oder erpressten Medien ihrer Länder. Wie auch immer, Israel versucht immer wieder, die Weltmeinung und besonders der des so genannten Westens, auf seine Seite zu bringen. Wegen des Holocausts hat angeblich niemand das Recht, Israels Besatzungspolitik zu kritisieren, ebenso wenig die Verbrechen gegen die Palästinenser und natürlich hat kein Mensch das Recht, Israel moralische Lehren zu erteilen. Israels Landraub und Besatzungskriminalität zu verurteilen - so die israelische Logik - stellt die Existenz des Staates Israel in Frage. Wenn Israel das Land anderer Menschen okkupiert und dann annektiert - so glauben die Zionisten offenbar liebend gerne - werden sie sicherer leben können. Mauerbau und Landraub sind dann lediglich nur Sicherheitsbedürfnisse, die aber überlebenswichtig sind.
Deswegen sollen alle kritischen Stimmen - gleich ob sie von jüdischen Beobachter und Augenzeugen stammen oder nicht - so wie Goldstone, Richard Falk, Professor Norman Funkelstein und die jungen israelischen Historiker, die nichtjüdischen UN-Beobachter wie der Südafrikaner John Dugard, zum Schweigen gebracht werden. Wie eben auch diese jungen Menschen der "Solidarnosh" (ISM), die man durch willkürlichen Visaentzug und Ausweisung vertreibt. Viele Ausländer, die einen Visumantrag zum Besuch der Palästinensergebiete auf dem Einreiseflughafen stellen, werden umgehend des Landes verwiesen.
Die Palästinenser haben weiter mit Israels Logik zu leben - wie schon seit Jahrzehnten - nur das diese verdrehte (Un-) Logik immer stärkere Zustimmung und direkte Unterstützung durch die USA und deren Verbündeten erfährt.
22.02.2010
Freunde Palästinas