Freunde Palästinas:
Israel löst einen Religionskrieg aus
Seit der Gründung Israels schielt dieser Staat auf das Land der Palästinenser und dessen historischer Stätten. Basierend auf der Mär vom "Versprochenen Land" und des "Auserwählten Volkes" wurden nun Stück für Stück dieses Landes "Eretz Israel" hinzugefügt. Einige jüdische Stämme lebten eine kurze historische Epoche in dieser Region (rund 70 Jahre) und gründeten das Reich Davids und Salomons (so die Mär). Ihre Zivilisation und Kultur war hauptsächlich beduinisch (Nomaden) geprägt, die naturgemäß keine großen Paläste und beeindruckende Amphitheater - denen der Griechen und Römer ähnlich - bauten. Diese aber, herrschten Jahrhunderte im östlichen Mittelmeer.
Seit der Eroberung Ost-Jerusalems im Jahre 1967 startete Israel eine ständige Suche nach historischen jüdischen Stätten und vor allem nach Resten des Jüdischen Tempels auf dem so genannten "Tempelberg" in Ostjerusalem. Dieser Berg mit allem darauf, wurde im Jahre 70 neuer Zeitrechnung von den römischen Besatzern zerstört. Seit 1967 begannen nun israelische Antikenexperten unterhalb der Al Aqsa-Moschee zu graben, weil sie behaupten, der Tempel liegt genau unter dem islamischen Schrein. Dem Drittheiligsten Schrein des Islam im Mittleren Osten - nach Mekka und Medina.
Nicht nur die Ausgräber hoffen, dass die Grabungsarbeiten unterhalb der Moschee zu deren Einsturz führen werden. Der dann freiwerdende Platz soll mit dem so genannte 3.Tempel bebaut werden. Damit soll dann die Wiederkehr des Messias sichergestellt werden. Dem wahren Jesus Christus, der für 1000 Jahre Frieden und Gerechtigkeit auf Erden bringen soll. Das ist nach der Mär, das "Jüdische Jahrtausend". Dazu kommt die Prophezeiung der "Apokalypse", der zufolge ein Krieg mit "Feuer und Gas" (Atomkrieg) zwischen dem "wahren Jesus", dem Messias, und dem "falschen Jesus" in Har Maggeddon ausbricht und der unzählige Menschen das Leben kosten wird. Der siegreiche Messias wird dann in Jerusalem herrschen und das ausgerechnet vom "Tempelberg" aus.
In Hebron wurde die Abraham Moschee von Muslimen erbaut, die in dem Patriarchen ebenfalls ihren spirituellen und physischen Vater sehen. Arabische Muslime sehen sich als Nachfahren Abrahams und dessen außerehelichen Sohn Ismail. Wegen eines Bezugs zur Bibel, wonach Abraham dieses Stückchen Land einmal "gekauft" hatte, um darauf das Grab seiner Frau Sarah zu errichten, teilte Israel das Gelände und die Moschee in eine Synagoge und eine Moschee auf. Deswegen wurden Muslimen einfach verboten, an jüdischen Feiertagen ihre Moschee zu betreten und dort zu beten.
Wegen der guten Beziehungen zu den extremistischen Siedlern, erhöhte die israelische Rechts-Regierung unter Bibi Netanjahu die "Zutrittsbedingungen" weiter. Am 21. Februar 2010 erklärte Israel das gesamte Gelände, mit Moschee und Minarett, zur "historischen jüdischen Stätte". Gleiches geschah in Bethlehem mit der Bilal-Moschee, die man kurzerhand zu "Rachels-Grab" umbenannte. Beide Orte wurden somit "jüdisches Eigentum".
Hinter solchen kurzsichtigen Entscheidungen ist das Diktat der extremistischen zionistisch-jüdischen Siedler zu erkennen. Ihr so genanntes "religiöses Gesetz" nutzt Netanjahu, um seine Regierungskoalition zu erhalten. In einer solchen Situation in den palästinensischen besetzten Gebieten eine solche, mehr als unkluge Entscheidung durchzusetzen, könnte sich ein religiöser Konflikt entzünden, der über die gesamte islamische Welt schwappt.
Fakt ist, die Entweihung von Moscheen und muslimischen Grabplätzen, von jüdischen Extremisten durchgeführt, wird durch die Politik der israelischen Regierung tatkräftig unterstützt. Diese Politik führt weiter zu gravierenden Änderung des islamischen Charakters Ost-Jerusalems, Hebrons, Bethlehems und anderer Orte in den besetzten Gebieten!
Es muss klar sein, dass diese Politik der Judaisierung arabischer Wohngebiete und historischer Stätten, nur durch die Weltgemeinschaft verhindert werden kann. Besonders durch die USA und die EU.
Gerade in einer Zeit, wo Menschen in aller Welt über Interreligiöses Verständnis und - Miteinander diskutieren, stürzen extremistische Juden und Zionisten die Welt in einen religiösen Konflikt, der ohne weiteres in einen Krieg münden kann.
Was aber am meisten Unverständnis hervorruft, ist das Verhalten der USA, die die Palästinenser zur Wiederaufnahme der Friedensgespräche drängt, gerade mit dieser rechtsgerichteten Regierung, die dazu noch von jüdischen, religiösen Besessenen mit ihren "biblischen" Fantasien unterstützt wird.
Es ist höchste Zeit für die Welt, aufzuwachen und dieser Gewalt ein Ende zu setzen.
Bevor es zu spät ist!
03.03.2010
Freunde Palästinas