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   P A L Ä S T I N A      H E U T E: 01.06.2010   
Sicherheitsrat verurteilt Gewalt bei Militäraktion

Der UNO-Sicherheitsrat hat Gewalttätigkeiten im Zusammenhang mit der israelischen Militäraktion gegen eine Flotille mit Hilfsgütern für den Gazastreifen verurteilt. Das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen erklärte nach zehnstündigen Beratungen am Dienstag in New York, es verurteile die Handlungen, die zum Tod von Zivilisten geführt hätten.

Zugleich forderte der Rat die sofortige Freigabe der von Israel aufgebrachten Schiffe und die Freilassung festgenommener Zivilpersonen. Außerdem verlangte der UNO-Sicherheitsrat eine sofortige, unparteiische, glaubwürdige und transparente Untersuchung des Zwischenfalls. Bei der Militäraktion waren am Montag nach israelischen Angaben mindestens fünfzehn Aktivisten getötet worden. Ungefähr 700 Zivilisten an Bord der von Zypern aus gestarteten Schiffe wurden festgenommen. Der türkische Außenminister Davutoglu bezichtigte Israel eines "schweren Verbrechens".
AG, 01.06.2010



Hunderte Aktivisten im Gefängnis

Nach der Attacke auf einen Schiffskonvoi mit Hilfsgütern für Gaza haben israelische Streitkräfte laut einem Medienbericht 480 pro-palästinensische Aktivisten in Gewahrsam genommen. 48 weitere Menschen sollen umgehend abgeschoben werden, wie der staatliche israelische Hörfunk am Dienstag meldete. Die Festgehaltenen befinden sich demnach in einem Gefängnis in Aschdod im Süden des Landes. Die anderen würden zum Flughafen Ben Gurion gebracht.

45 Aktivisten, die bei dem Einsatz gegen die Flottille verletzt worden waren, befinden sich dem dem Bericht zufolge in verschiedenen Krankenhäusern zur Behandlung. Die meisten dieser Menschen stammen aus der Türkei, hiess es weiter.
AG, 01.06.2010



USA tief besorgt aber !!!

Die USA erklärten sich "tief besorgt" über die Entwicklung, übten aber auch Zweifel an dem Vorgehen der Aktivisten. Das Ereignis zeige deutlicher denn je, dass Israel die Blockade des Gazastreifens aufgeben müsse, sagte der britische UNO-Botschafter Grant. Der stellvertretende israelische UNO-Botschafter Manuel Carmon verteidigte sein Land mit den Worten: "Diese Flotille war alles andere als eine echte humanitäre Mission." Vielmehr hätten die Aktivisten Israel provozieren wollen. Darum hätten sie auch das Angebot der Behörden zurückgewiesen, die Hilfsgüter auf dem Landweg in den Gazastreifen transportieren zu lassen.
AG, 01.06.2010



Starautor Mankell in israelischen Händen

Unter den Teilnehmern der von israelischen Streitkräften gestürmten Gaza-Hilfsflotte waren auch zahlreiche Prominente. Der schwedische Krimiautor Henning Mankell und acht seiner Landsleute, die an Bord eines der Gaza-Schiffe waren, wurden in Gewahrsam genommen. Insgesamt sind mindestens 480 Menschen in Haft.

Das schwedische Aussenministerium teilte am Montagabend in Stockholm mit, Mankell und die acht anderen seien an Land gelangt und festgenommen worden. "Ich glaube, Henning Mankell ist nur in Gewahrsam", sagte Aussenamtssprecher Anders Joerle der Nachrichtenagentur AFP. Ursprünglich hatte Mankell am Sonntag an einer Veranstaltung in Zürich teilnehmen wollen, doch die Lesung im Kaufleuten wurde verschoben.

Nach Angaben von Henning Mankells Sprecher hielt sich der Autor der "Wallander"-Romane auf dem schwedischen Schiff "Sofia" auf. Die Organisation Free Gaza teilte hingegen mit, auch Mankell sei an Bord der gestürmten "Mavi Marmara" gewesen.

Mankells Kriminalromane mit seinem Kommissar Kurt Wallander wurden weltweit 25 Millionen Mal verkauft. Er hatte vor seiner Teilnahme an dem Hilfskonvoi im schwedischen Hörfunk gesagt, er wolle seine Solidarität mit dem palästinensischen Volk demonstrieren.
AG, 01.06.2010



Drei deutsche Politiker an Bord

Zudem gehörten dem Konvoi die beiden Linken-Bundestagsabgeordneten Inge Höger und Annette Groth sowie der bekannte Hamburger Linken-Politiker Norman Paech an. Der 72-jährige Paech lehrte an der Hochschule für Wirtschaft und Politik und saß bis 2009 für die Linke als außenpolitischer Sprecher im Bundestag.

Nach Angaben des Auswärtigen Amts sind Inge Höger und Annette Groth, die sich beide auf dem gestürmten Schiff "Mavi Marmara" befanden, wohlauf. Auch drei weiteren Deutschen, die an Bord waren, gehe es den Umständen entsprechend gut. Nach unbestätigten Angaben befanden sich allerdings sechs Deutsche an Bord der "Mavi Marmara". Paech blieb nach Angaben der Linspartei ebenfalls unverletzt.
AG, 01.06.2010



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