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   P A L Ä S T I N A      H E U T E: 05.06.2010   
"Rachel Corrie" nimmt weiter Kurs auf Gazastreifen

Die israelische Kriegsmarine hat am Samstagmorgen nach eigenen Angaben ein irisches Schiff mit Hilfsgütern für den Gazastreifen aufgefordert, den Kurs zu ändern. Per Funk sei der Kapitän der "Rachel Corrie" darauf hingewiesen worden, dass gegen den Gazastreifen eine Blockade verhängt sei und das Schiff deshalb den Kurs ändern müsse.

Drei israelische Kriegsschiffe folgten am Samstag der "Rachel Corrie", wie eine Sprecherin der Bewegung Free Gaza, Greta Berlin, erklärte. Kurz nach 05:00 Uhr israelischer Zeit (04:00 Uhr MESZ) sei das Schiff rund 35 Meilen (56 Kilometer) von der Küste des Gazastreifens entfernt gewesen, erklärte Berlin. Die israelischen Marineeinheiten versuchten zunächst nicht, die "Rachel Corrie" zu entern, sagte die Anwältin der Gruppe, Audrey Bomse.

Die "Rachel Corrie" war zur Zeit dieses Funkverkehrs offenbar nur noch wenige Kilometer von der Küste des Gazastreifens entfernt. Die israelische Regierung hat auch nach der internationalen Kritik am gewaltsamen Vorgehen gegen eine Hilfsflotte am Montag bekräftigt, dass sie die Blockade des Gazastreifens weiter durchsetzen werde. Es wurde allerdings Kabinettskreisen zufolge Anweisung gegeben, künftig vorsichtiger gegen Blockadebrecher vorzugehen. Bei der Aktion am Montag waren neun Aktivisten getötet worden. An Bord sind neben 15 Aktivisten die irische Friedensnobelpreisträgerin Mairead Corrigan und der frühere Leiter des UN-Programms Öl für Lebensmittel für den Irak, Denis Halliday. Corrigan zeigte sich in einem AP-Interview entschlossen, die israelische Blockade zu durchbrechen und Hilfsgüter in das von der militanten Hamas kontrollierte Gebiet zu bringen. Sollten jedoch israelische Soldaten an Bord kommen, werde man keinen Widerstand leisten, sagte sie. Halliday kündigte im Radio an, dass das Schiff am Samstagmorgen Kurs auf die Gaza-Küste nehmen werde.
AG, 05.06.2010



USA fordert Lockerung der Gaza-Blockade

Die US-Regierung berate mit Israel, der Palästinenser-Regierung und internationalen Partnern über Möglichkeiten, mehr Hilfsgüter in den Gazastreifen zu liefern. Dazu sei es nötig, dass alle Beteiligten unnötigen Konfrontationen aus dem Weg gingen. Die Besatzung eines neuen Schiffes mit Hilfslieferungen für das Palästinensergebiet rief der Sprecher auf, einen israelischen Hafen anzusteuern, um einen gewaltsamen Zusammenstoss mit der israelischen Marine zu vermeiden. Die Hilfsgüter könnten dann von Israel aus in den Gazastreifen transportiert werden. In Israel wurden inzwischen Vorbereitungen getroffen, auch das Schiff aus Irland abzufangen. Verteidigungsminister Avigdor Lieberman sagte: "Wir werden dieses Schiff stoppen und jedes andere, das versucht, die Souveränität Israels zu verletzen. Es gibt keine Chance, dass die 'Rachel Corrie' die Küste von Gaza erreicht."
AG, 05.06.2010



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