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   P A L Ä S T I N A      H E U T E: 07.06.2010   
Israelische Marine tötet vier Palästinenser

Israelische Besatzungssoldaten haben im Küstenbereich vor dem Gazastreifen vier Palästinenser getötet. Ein Armeesprecher der israelischen Besatzung teilte mit, die Männer seien unterwegs zu einem Anschlag in Israel gewesen. Sie hätten Taucheranzüge getragen. Eine Patrouille der israelischen Marine habe am Montagmorgen auf die Gruppe geschossen und vier Männer getroffen. Nach palästinensischen Angaben wurden die Leichen der Männer in das Al-Aksa-Krankenhaus in der Stadt Dir el-Balah gebracht. Ein fünfter Taucher werde noch vermisst. Palästinensische Augenzeugen berichteten, ein israelisches Marineboot habe das Feuer auf ein Fischerboot eröffnet, das an der Küste vor Gaza unterwegs war. Der militärische Fatah-Arm, die Al-Aksa-Brigaden, teilte mit, die vier Männer seien auf einer "Trainingsmission" getötet worden. Unterdessen wurden bei einem israelischen Luftangriff auf Palästinenser im nördlichen Gazastreifen zwei weitere Menschen verletzt, einer von ihnen schwer. Nach Angaben der Armee waren sie dabei, Raketen auf israelisches Gebiet abzufeuern.
DPA, 07.06.2010



Türkei legt militärische Kooperation mit Israel auf Eis

Nach dem blutigen Angriff der israelischen Marine auf den Gaza-Konvoi, bei dem neuen Türken getötet worden waren, legt die Türkei sämtliche militärische Abkommen mit Israel, einem noch vor kurzem engen Verbündeten, auf Eis. Das teilte der stellvertretende Generaldirektor der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung (AKP), Ömer Celikam mit. Alle militärischen Abkommen zwischen der Türkei und Israel würden in der nächsten Zeit annulliert, zitierte ihn die Zeitung Haber Türk in ihrer Montag-Ausgabe. Die Beziehungen zwischen beiden Staaten hatten sich zugespitzt, nachdem die israelische Marine am 31. Mai einen Schiffskonvoi mit rund 10.000 Tonnen Hilfsgütern in neutralen Gewässern aufgebracht hatte. Beim Kapern der Schiffe, auf denen bis zu 600 Menschenrechtler und weitere Aktivisten aus verschiedenen Ländern waren, töteten die israelischen Kommandos mindestens neun Menschen. Vergangenen Woche hatte bereits der türkische Vizepremier Bülent Arinc einen massiven Abbau der Beziehungen zu Israel angekündigt. Regierungschef Recep Tayyip Erdogan sagte, die Türkei werde alle Hebel, die ihr das Völkerrecht einräumt, in Bewegung setzen, um Israel zu bestrafen. Laut türkischen Medien will Ankara den bevorstehenden Gipfel des Rats für Vertrauensförderung in Asien am Dienstag in Istanbul als Plattform nutzen, um eine Verurteilungs- und Isolationskampagne gegen Israel zu starten.
RIA Novosti, 07.06.2010



Israel untersagt seinen Soldaten Türkei-Reisen

Die Führung der israelischen Besatzungsarmee hat Soldaten und Reservisten angewiesen, von Reisen in die Türkei unter allen Umständen Abstand zu nehmen. Wie die Internetzeitung "Ynet" am Sonntag weiter berichtete, wurden als Grund Erkenntnisse des israelischen Büros zur "Terrorbekämpfung" angegeben. Israelis, die sich derzeit in der Türkei aufhalten, wurden aufgefordert, in ihren Unterkünften zu bleiben und Menschenansammlungen zu meiden. Israels Vizepremier Dan Meridor sagte aufgrund einer Empfehlung des Geheimdienstes Shin Bet einen geplanten Türkei-Besuch ab. Meridor sollte am Montag an einer Asien-Konferenz teilnehmen. Das israelische Justizministerium bereitet sich unterdessen auf eine internationale Flut von Klagen gegen israelische Soldaten und Offiziere sowie Staatsvertreter wegen des Vorfalls um die Gaza-Hilfsflotte am vergangenen Montag vor.
AG, 07.06.2010



Kouchner: EU könnte Schiffe für Gaza kontrollieren

Angesichts der wachsenden Kritik an der israelischen Blockade des Gazastreifens haben Frankreich und Großbritannien eine Überwachung von Schiffslieferungen in das Palästinensergebiet durch die EU vorgeschlagen. Die Europäische Union könne dabei helfen, dass der Waffenschmuggel unterbunden werde und die Menschen dort dennoch die nötigen Hilfsgüter erhalten, sagte der französische Außenminister Bernard Kouchner nach einem Treffen mit seinem britischen Kollegen William Hague gestern in Paris.
AG, 07.06.2010



Free Gaza schließt Zentrale in Zypern

Die bisher in der zypriotischen Hafenstadt Larnaka ansässige pro-palästinensische Organisation Free Gaza schließt ihre Zentrale auf der Mittelmeerinsel. Wie die Sprecherin der Organisation, Greta Berlin, am Samstag sagte, soll das Hauptquartier von Free Gaza in ein anderes Land verlegt werden. Als möglichen neuen Standort nannte sie die britische Hauptstadt London. Free Gaza organisiert die internationalen Schiffkonvois mit Hilfsgütern für den Gazastreifen. Berlin kündigte ungeachtet der israelischen Militäraktionen gegen die Schiffe eine Fortsetzung der Aktion an. Am Samstag war ein weiteres Schiff der Organisation von der israelischen Marine daran gehindert worden, die Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen. Als Grund für die Verlegung der Zentrale von Free Gaza nannte Berlin die Weigerung der zypriotischen Regierung vorigen Monat, die Schiffskonvois von Zypern aus starten zu lassen. Schon kommenden Montag werde die Organisation ihre Büros in Larnaka schließen. Die Mitarbeiter würden vorerst in ihre jeweiligen Heimatländer zurückkehren, bis eine neue Zentrale gefunden sei, sagte die Sprecherin.
AG, 07.06.2010



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