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   P A L Ä S T I N A      H E U T E: 12.06.2010   
Palästinenser in Ost-Jerusalem gemordet

Israelische Besatzungsssoldaten haben am Freitag einen Palästinenser in Ost-Jerusalem ermordet. Ein Sprecher der israelischen Besatzung sagte, dass der Mann mit seinem Auto zwei Soldaten angefahren habe.

Ein Besatzungssoldat sei leicht verletzt worden, der andere "schwerer". Die Soldaten hätten dann auf den Mann geschossen, der zu Fuß geflohen sei und nicht auf Warnschüsse reagiert habe. Der Schwerverletzte Palästinenser starb in einem palästinensischen Krankenhaus, wie Ärzte sagten.
AG, 12.06.2010



Ankara fordert Entschuldigung von Israel

Die Türkei fordert von Israel eine Entschuldigung für die Erstürmung des Schiffskonvois auf dem Weg in den abgeriegelten Gaza-Streifen. Auch müsste nach dem Tod von neun türkischen Aktivisten eine Entschädigung gezahlt werden, zitierte die französische Tageszeitung "Le Monde" am Freitag den türkischen Präsidenten Abdullah Gül. Sollte sich Israel nicht bewegen, könne die Türkei die diplomatischen Beziehungen abbrechen. Gül sprach von einem Verbrechen, das eher der Extremistenorganisation Al-Kaida als einem Staat ähnlich sehe.

Seit dem Vorfall haben sich die Beziehungen beider Länder deutlich verschlechtert. Die Türkei zog ihren Botschafter ab und kündigte an, milliardenschwere Handels- und Verteidigungsverträge auf ein Minimum herunterzuschrauben.
Reuter, 12.06.2010



Israelische Militäraktion "einfach dumm"

Vehemente Kritik an der Politik Israels hat der weltberühmte Dirigent und Pianist Daniel Barenboim gegenüber der deutschen Wochenzeitung "Die Zeit" geübt. Die israelische Militäraktion gegen einen Gaza-Hilfskonvoi von pro-palästinensischen Aktivisten in internationalen Gewässern, bei der neun Türken erschossen wurden, nannte er "schrecklich" und "einfach dumm". Barenboim laut Vorausmeldung vom Mittwoch: "Ich verstehe auch strategisch eine solche Aktion nicht. Was denkt denn die israelische Regierung, was die Folgen eines solchen Einsatzes sein werden? Ich begreife nicht, was mit dem Mythos der jüdischen Intelligenz passiert ist."

Der Dirigent bezeichnet die Blockade des Gaza-Streifens durch Israel als Fehler: "Wenn die Blockade des Gaza-Streifens nicht da wäre, müsste man sie auch nicht auf diese übertriebene Weise sichern und aufrechterhalten. Ich würde heute hinfliegen, wenn ich wüsste, ich könnte hineinkommen und spielen."

Die Besetzung des Westjordanlandes durch Israel sei im Laufe der Jahre immer "kolonialistischer" geworden. Barenboim: "Kolonialmächte sind aber verantwortlich für die Lebensqualität der lokalen Bevölkerung. Wo sind die Schulen und Krankenhäuser, die die Israelis in Ramallah errichtet haben, um nur von einer Stadt zu reden? Warum haben sie keine erschwinglichen Wohnungen gebaut für die Flüchtlinge?" Barenboim zeichnete ein pessimistisches Zukunftsbild: "Wenn es so weitergeht, sind die Tage von Israels Existenz gezählt. Die demografische Entwicklung zeigt uns, dass die Juden nicht in der Mehrheit bleiben werden. Was dort passiert, das ist Apartheid, das ist nicht haltbar. Und was mich wirklich wütend macht, ist, dass viele israelische Regierungen, nicht nur die jetzige, davon überzeugt sind, sie hätten das Recht, Leute umzubringen, weil sie Israels Existenzrecht nicht anerkennen. Das kann doch nicht sein."
APA, 12.06.2010



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