Home  Konflikt  Frieden  Hilfsaktionen  Interview  Vorträge  Dokumente
  


Freunde Palästinas:
Wer hält Israels illegale Politik auf?



Wieder einmal müssen wir mit Nachdruck auf die Verstärkung aller Unternehmungen zum Erreichen eines gerechten und dauerhaften Friedens im Mittleren Osten bestehen. Wieder einmal möchten wir ihre Aufmerksamkeit auf die andauernde Besatzungspolitik Israels, auf die ungesetzliche Kolonisierungsvorhaben in den besetzten palästinensischen Gebieten lenken. Und vor Allem auf die permanente Änderung der Bevölkerungszusammensetzung in Ostjerusalem, durch Ausdehnung jüdischer Siedlungen, Abriss von Wohnhäusern der Palästinenser und der Ausweisung der palästinensischen Bewohner aus ihren angestammten Wohngebieten.

Wie Sie wissen müssen, suchen viele palästinensische Familien Unterkünfte, nachdem die israelischen Besatzer ihre Häuser am 13.7.2010 im besetzten Ostjerusalem unter dubiosen Vorwänden eingerissen hatten. So geschehen in Al-Shayah, dem an Al-Sawahreh angrenzenden Stadtteil Ostjerusalems. Das Haus der Familie Inam Al-Tawil wurde 1996 gebaut und war bis heute nicht vollständig fertig. Diese illegale Zerstörung wurde ohne jede Vorwarnung oder einer "amtlichen" Verfügung durchgeführt und 14 Bewohner, darunter 7 Kinder wurden obdachlos und sind genau deswegen jetzt von der Ausweisung aus ihrer Heimatstadt bedroht. So verfährt Israel, um eine schnelle ethnische Bereinigung Ostjerusalems von der palästinensischen Bevölkerung zu erreichen.

Solche aggressive und ungesetzliche Politik der Besatzungsmacht machte auch heute Musa Mashahreh und seine 6-köpfige Familie obdachlos. Sein Haus, mitsamt der elektrischen und wassertechnischen Anlagen, wurde von israelischen Bulldozer in Jabal Al-Mukaber eingerissen. In der Nachbarschaft mussten 3 Familien mit ansehen, wie ihre erst neu errichteten Wohnhäuser sich in einen Haufen Trümmer und verbogenem Baustahl verwandelten. In einem anderen Stadtteil warfen die Zionisten (wenigstens) die Möbel auf die Straße, bevor sie das Haus einrissen.

Durch diese gegen jede internationale Regelungen verstoßenden Aktionen erhöht Israel immer weiter die Spannungen in den besetzten Territorien. Um weitere gefährliche Eskalationen zu vermeiden, müssen diese "Beräumungen" sofort beendet werden. Nichts gefährdet den Friedensprozess mehr (das soll es ja wohl auch) als derartige kriminelle Aktivitäten und macht Erfolge, auch bei den "indirekten Gesprächen" illusorisch.

Es stellt sich mehr und mehr die Frage, ob Israel ein ehrlicher Partner für Frieden sein will! Die Taten der Besatzungsmacht sprechen doch eine eindeutige Sprache!

Zu all den ethnischen Säuberungen kommt nun die rasch fortschreitende Bebauung der frei gewordenen Flächen. 32 neue Wohneinheiten werden jetzt in der illegal errichteten Siedlung Pisgat Zevi im Norden Ostjerusalems errichtet.

Damit ignoriert Israel wie gewohnt alle Aufforderungen der internationalen Gemeinschaft, die Änderungen in der Zusammensetzung der Bevölkerung in den besetzten Gebieten zu beenden.

Heute möchten wir Ihre geschätzte Aufmerksamkeit auf die Hilfe internationaler Friedensaktivisten lenken, die mithelfen, die unmenschliche Blockade des Gazastreifens durch Israel zu brechen. Während wir diese Zeilen schreiben, transportiert ein libysches Schiff Hilfsgüter für die Zivilbevölkerung Gazas durch das Mittelmeer. Die Besatzungsmacht warnte die Schiffsbesatzung und forderte sie zur Kursänderung in einen ägyptischen Hafen auf, andernfalls, so drohte die Piratenmarine Israels, werde man das Schiff gewaltsam aufbringen.

Immer wieder kommt es zu solchen gewaltsamen Übergriffen Israels, verbunden mit zahlreichen Verletzten und ermordeten Zivilisten. Deswegen bitten wir dringend darum, alles zu unternehmen um weitere Eskalationen zu verhindern, die auch außerhalb der Region schlimme Folgen nach sich ziehen könnten. Wir fordern auf, den Druck auf Israel zu erhöhen, damit endlich die Blockade des Gazastreifens vollständig beendet wird. Der Transfer von Personen und Waren, sowie aller Hilfsgüter und Baumaterialien muss gewährleistet sein. Noch kann nur annähernd der Bedarf im Küstengebiet überblickt werden. Die UNO und die gesamte internationale Gemeinschaft muss endlich ihren Versprechungen Nachdruck verleihen, die zum Schutz der Menschen und zur Entwicklung des Friedensprozesses gemacht wurden.

Das Land und seine Ressourcen sollten einem palästinensischen Staat dienen, sie verschwinden aber schneller denn je in Richtung Israel. Dieser zerstörerische Kurs muss sofort gestoppt werden.

Für all diese Kriegsverbrechen der Besatzungsmacht Israel, die offen staatterroristischen Unternehmungen und systematischen Menschenrechtsverletzungen zum Schaden des palästinensischen Volkes, muss dieser Staat vor ein internationales Gericht gebracht werden und die Verantwortlichen - wie die im früheren Jugoslawien - zur Verantwortung gezogen werden.

18.07.2010
Freunde Palästinas


|  www.freunde-palaestinas.de  |

  
© Freunde Palästinas: 2000-2010