IMAGE Nahost-Konferenz fordert neue Verhandlungen über Zwei-Staaten-Lösung
Montag, 16. Januar 2017
Mit einem Appell zu neuen Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern ist eine internationale Nahost-Konferenz in Paris zu Ende gegangen. Die Teilnehmer riefen die... Weiterlesen...
IMAGE US-Präsident Obama verteidigt UN-Resolution gegen Israel
Montag, 16. Januar 2017
Der scheidende US-Präsident Barack Obama hat die Enthaltung seines Landes bei der Abstimmung über die jüngste UN-Resolution gegen Israel verteidigt. Dieser Schritt habe die... Weiterlesen...
IMAGE Palästinensische Botschaft beim Vatikan
Montag, 16. Januar 2017
Präsident Mahmud Abbas hat am gestrigen Samstag beim Vatikan eine diplomatische Vertretung eröffnet. “Heute kamen wir mit Papst Franziskus zusammen”, sagte Abbas zu den... Weiterlesen...
IMAGE Abbas warnt Trump vor Botschafts-Verlegung nach Jerusalem
Montag, 16. Januar 2017
Präsident Mahmoud Abbas hat damit gedroht, die Anerkennung Israels zu widerrufen, sollte der designierte US-Präsident Donald Trump wie angekündigt die US-Botschaft im Land nach... Weiterlesen...
IMAGE Frankreich warnt Trump vor „Sturheit“
Montag, 16. Januar 2017
Die Einschätzung, dass Trump den Nahost-Konflikt wesentlich beeinflussen wird, teilten auch die Konferenzteilnehmer - allerdings aus ihrer Sicht nicht zum Positiven. Ayrault... Weiterlesen...
IMAGE Steinmeier: Trumps Pläne ein Risiko neuer Eskalation
Montag, 16. Januar 2017
Auch Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier sieht vor allem in Trumps Plänen ein „Risiko neuer Eskalation“ im Nahost-Konflikt. 2017 könne ein „entscheidendes... Weiterlesen...
IMAGE Steinmeier lobt Grundsatzrede von Kerry zur Nahostpolitik
Donnerstag, 29. Dezember 2016
Bundesaußenminister Steinmeier hat den Appell seines US-Amtskollegen Kerry für eine Zweistaatenlösung im Nahost-Konflikt begrüßt. Kerrys Rede sei Mahnung und Auftrag... Weiterlesen...
IMAGE Abbas: Palästinenser bei Siedlungsstopp zu Verhandlungen mit Israel bereit
Donnerstag, 29. Dezember 2016
Die Palästinenser sind nach den Worten ihres Präsidenten Mahmud Abbas bereit zu Verhandlungen mit Israel, falls das Land seinen Siedlungsbau in den Palästinensergebieten... Weiterlesen...
IMAGE Kerry warnt Israel vor "dauerhaften Besatzung"
Mittwoch, 28. Dezember 2016
US-Außenminister John Kerry hat in deutlichen Worten an Israelis und Palästinenser appelliert, die Zweistaatenlösung nicht aufzugeben. Diese sei die einzige Möglichkeit,... Weiterlesen...
IMAGE Netanyahu kritisiert Kerry-Rede als voreingenommen gegen Israel
Mittwoch, 28. Dezember 2016
Netanyahu warf Kerry nach dessen Rede Voreingenommenheit gegenüber Israel vor. "Über eine Stunde lang hat Kerry sich zwanghaft mit den Siedlungen befasst und kaum mit der Wurzel... Weiterlesen...
Überfall mitten in der Nacht
Freitag, 23. September 2016
Am frühen Mittwochmorgen gegen halb drei Uhr ist eine Einheit der israelischen Armee in das Dorf Bilin in der besetzten Westbank eingedrungen. Die Soldaten durchsuchten mehrere Häuser und... Weiterlesen...
Israels falscher Bürgerkrieg
Dienstag, 13. September 2016
Ist Israel am Rande eines Bürgerkrieges mit einer jüdischen Bevölkerung, die tief gespalten ist bezüglich der zukünftigen Besatzung, wie eine wachsende Anzahl israelischer Kommentatoren... Weiterlesen...
Stille Landnahme
Freitag, 12. Februar 2016
Israelische Menschenrechtler werfen der dortigen Regierung vor, den Siedlungsbau voranzutreiben. Frühlingsblumen sprießen aus felsigem Grund, ein paar Hirten treiben ihre Ziegen die Hügel hinauf,... Weiterlesen...
IMAGE Sorgen um den Koordinator des gewaltfreien Widerstands
Sonntag, 25. September 2016
Die Internationale Liga für Menschenrechte e. V., die Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost e. V. und das Palästinakomitee Stuttgart e. V. veröffentlichten am... Weiterlesen...
IMAGE Presseerklärung der Delegation des Europäischen Parlaments für Beziehungen mit Palästina
Sonntag, 21. Februar 2016
Nach einem viertägigen offiziellen Besuch drückte die Delegation des Europäischen Parlaments für Beziehungen mit Palästina ihre Bestürzung über die sich verschlimmernde... Weiterlesen...
IMAGE Israelischer Oberrabbiner ruft zum Mord auf – 21.1. 16
Montag, 01. Februar 2016
Über Lilian Rosengarten (Auschwitz-Überlebende) Wir dürfen einem Palästinenser  nicht erlauben zu überleben, nachdem er verhaftet wurde.   Wenn man ihn leben  lässt und... Weiterlesen...

Palästinensische Kinder/Jugendliche arbeiten in israelischen Siedlungen

Jordantal, besetzte Gebiete: schmale, schwach aussehende Körper bewegen sich in den Obstgärten, pflücken und reinigen Früchte und Gemüse, packen sie in Container, bevor sie sie auf LKWs laden. Wie ein Uhrwerk jeden Tag zwischen 5 Uhr morgens und 2 Uhr nachmittags arbeiten palästinensische Kinder in den illegalen israelischen Siedlungen im Jordantal, um ihren Familien zu helfen. Sie haben  die Idee von Schule weit hinter sich gelassen.

Ismail ist gerade 16, hat aber die Oberschule nicht geschafft und arbeitet nun in der Siedlung Argaman, um seine 12köpfigen Familie  mit zu unterstützen und  seinem älteren Bruder das Studium mit zu bezahlen. Er arbeitet  bis zu 8 Stunden in den Feldern, manchmal an 7 Tagen in der Woche, was von der Saison abhängt.

„Ich möchte später gerne weiter zur Schule gehen, so hoffe ich … bevor ich zu alt werde, um sie zu beenden,“ sagte Ismail, der aus dem  Dorf Al Zubeidat im Jordantal kommt. „Jetzt kann ich nicht zurückgehen, weil  das Geld für die Familie wichtiger ist.

Die Zahl der Palästinenser, die innerhalb der Jordantalsiedlungen arbeiten, liegt zwischen 10 000 und 20 000, was von der Jahreszeit abhängt, nach dem Ma’am Entwicklungszentrum, einer in Ramallah sitzenden Organisation. Die Kinder machen etwa 5-10% dieser Arbeiter aus. Diese Kinderarbeiter leben entweder im Jordantal z.B. in Al Fasayil, al Jiftlik und Al Zubeidat oder kommen aus der restlichen Westbank, besonders aus den Südhebroner Hügeln, wo die Lebensbedingungen  sehr hart sind, die Arbeitslosigkeit hoch und das Wasser sehr knapp. Meistens folgen die Kinder  erwachsenen Familienmitgliedern, die schon dort arbeiten.

Die Kinderarbeiter fallen mit 15 oder 16 aus der Oberschule, weil die Arbeit in den Siedlungen oft die einzige Möglichkeit für sie und ihre Familie ist, das Überleben zu ermöglichen.

„Die meisten Jugendlichen sehen die Arbeit in den Siedlungen als die einzige Option für ein besseres Leben“, sagt Cris Michael, der Koordinator beim Ma’an Development  Center. „ Es gibt viele Fälle, von Männern mit 30 oder 40, die seit ihrem 14.Lebensjahr in den Siedlungen arbeiten.

Die hohe Ausfallrate (aus der Schule) ist dem schwachen Bildungssystem im Jordantal anzulasten und wird durch einen Mangel an adäquater Infrastruktur und einer großen Anzahl von Schülern erschwert…

Nach einem Ma’an-Bericht sind nahezu 10 000 Kinder aus der Zone C im Schuljahr 20011/2012  in Schulzelten, Karavanen oder Blechhütten – ohne Schutz gegen Hitze noch Kälte – zur Schule gekommen. Außerdem fehlt  einem Drittel der Schulen in Zone C adequates Wasser und sanitäre Einrichtungen“.

Der Bericht Parallele Realitäten: israelische Siedlungen und palästinensische Gemeinschaften im Jordantal fand auch, dass  viele  pal. Schulen von  israelischen Behörden die Abbruchorder bekommen haben.

Kinder arbeiten deswegen in Siedlungen oder weil sie von ihren Familien dazu aufgefordert werden. Muhammad,16, kommt aus Al-Fasayil und arbeitet in der nahen Siedlung Tomer, wo er im Sommer süße Paprika pflückt und einpackt und im Winter in der Dattelplantage arbeitet.

Muhammad hörte mit der Schule auf, weil er das Gefühl hatte, Geld zu verdienen ist im Augenblick eine bessere Option, als die Schule zu Ende zu machen. „Die Schule bereitet mich nicht für die Zukunft vor“, sagte er, „Es gibt so viele, die auf die Universität gehen und dann keine Arbeit bekommen. Es wird für mich nicht anders sein“.

Das Jordantal ist  diesem Phänomen besonders ausgesetzt: 95 % des Landes gehören zu  Zone C, die nach dem Oslo-Abkommen nur  völlig unter israelischer Kontrolle steht. Das Gebiet ist entweder voller Siedlungen oder militärisches Sperrgebiet oder als „Natur-Reservat“  vorgesehen.

Eine Menge palästinensischer Dörfer haben landwirtschaftlich gebrauchtes Land in Zone C, was bedeutet, dass palästinensische Bauern Genehmigungen benötigen, um zu ihrem Land zu kommen – und dies nur zu bestimmten Stunden. Sie dürfen auch nur bestimmte Geräte mitnehmen. D.h. Sie können nicht mit den Siedlern für Export konkurrieren, weder was den Preis noch die Qualität betrifft“, sagte Michael. „ Also verpachten sie ihr Land und gehen in die nächste Siedlung, um dort zu arbeiten.

Das Jordantal hätte wegen seines fruchtbaren  Bodens und seiner reichlichen Wasserressourcen das  Potential eines Brotkorbes für die Westbank. Aber sehr wenig Land und sehr wenig Wasser ist Palästinensern zugänglich, denen nur noch 5% des Landes zur Verfügung stehen. Die harten Lebensbedingungen sind eine direkte Folge israelischen Landraubes und der Kontrolle der Wasserressourcen. Und die Mauer  zwingt die Palästinenser schließlich, in den illegalen Siedlungen zu arbeiten.

Herausfordernde  Arbeitsgesetze

Das Jordantal ist das Zuhause von nahezu 60 000 Palästinensern, während 9500 Israelis in  dem Gebiet in 37 Siedlungen leben – nach dem UN.Office  für koordinierte humanitäre Angelegenheiten. Einmal innerhalb dieser Siedlungen sind die Kinderarbeiter Reinigungskräfte,  pflücken und verpacken Gemüse und Früchte, arbeiten bei Temperaturen, die im Sommer 50 Grad C erreichen  können und verdienen zwischen 50-90 NIS (14-25 $) bei einem  acht oder neun Stundentag.

Ihr karger Lohn sind 25-50% dessen, was ihnen nach israelischem Recht zustehen würde, das einen Minimumlohn von  23,12 NIS  pro Stunde vorsieht und  Krankenkasse plus bezahltem Krankenurlaub.  – nichts davon bekommen  palästinensische Arbeiter. Aber nach Kav LaOved, einer israelischen  Arbeiter-Rechtsgruppe, verweigern israelische Arbeitsgeber in den Siedlungen und Industriezonen in der Westbank weiter routinemäßig die Rechte ihrer palästinensischen Arbeiter in großem Ausmaß. Diese  Verletzung der palästinensischen Arbeiterrechte durch israelische Arbeitgeber in der Westbank wird dadurch ermöglicht, weil es kein  Gesetz gibt, dass gegen solche  Gesetzesbrecher vorgeht.“

Ein israelischer Offizier, der für die zivilen Probleme in den besetzten  Gebieten zuständig ist, weiß  angeblich von diesen Problemen bez. Kinderarbeit gar nichts.

Die palästinensische Handelsunion vertritt die palästinensischen Arbeiter; sie nannte das Phänomen ein „kompliziertes Problem“, das gemeinsame Bemühungen vieler Organisationen erfordert.“ …

Sehr oft  kommen Kinder über einen palästinensischen  Vermittler als Arbeiter in die Siedlungen, der dann einmalig oder monatlich  Geld von ihnen verlangt, weil er ihnen die Arbeit besorgte.  Er beutet die Kinder auch aus.  Die Siedler behaupten dann, sie wüssten nichts und legen die Verantwortung dem „Vermittler“ vor die Füße.

Kinder, die nicht aus der Gegend sind, sind gezwungen unter erbärmlichen Bedingungen in feuchten Speichern zu leben, manchmal 20 auf einmal. Die Tatsache, dass das Jordantal nicht entwickelt werden kann, obwohl 85% der Bevölkerung palästinensisch sind, zwingt diese Kinder zu sagen: „dies ist mein Leben, mein Vater kann nicht arbeiten, mein Bruder ist an der Universität,  in den Siedlungen zu arbeiten, ist die einzige Möglichkeit zu überleben …

06.07.2013, www.thirstingforjustice.org
(dt. und stark gekürzt: Ellen Rohlfs)