IMAGE Mehr als 1.500 palästinensische Gefangene starten Hungerstreik
Montag, 17. April 2017
In den Gefängnissen der israelischen Besatzung sind mehr als 1500 Palästinenser in einen Hungerstreik getreten. Wie der Beauftragte der palästinensischen Regierung für... Weiterlesen...
IMAGE Jerusalem: Israelische Besatzung genehmigt Bau hunderter Siedlerwohnungen
Sonntag, 22. Januar 2017
Trotz internationaler Proteste setzt Israel den Siedlungsbau in im annektierten palästinensischen Ost-Jerusalem fort. Die Stadtverwaltung der israelischen Besatzung von Jerusalem... Weiterlesen...
IMAGE Kritik an Polizei nach Toten bei Zerstörung in Beduinendorf
Sonntag, 22. Januar 2017
Seit Jahren verfolgt Israel den Plan, die 700 Bewohner des Beduinendorfes Umm al-Hiran im Negev zugunsten jüdischen Siedler umzusiedeln. Die israelischen Polizisten kamen mit... Weiterlesen...
IMAGE Nahost-Konferenz fordert neue Verhandlungen über Zwei-Staaten-Lösung
Montag, 16. Januar 2017
Mit einem Appell zu neuen Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern ist eine internationale Nahost-Konferenz in Paris zu Ende gegangen. Die Teilnehmer riefen die... Weiterlesen...
IMAGE US-Präsident Obama verteidigt UN-Resolution gegen Israel
Montag, 16. Januar 2017
Der scheidende US-Präsident Barack Obama hat die Enthaltung seines Landes bei der Abstimmung über die jüngste UN-Resolution gegen Israel verteidigt. Dieser Schritt habe die... Weiterlesen...
IMAGE Palästinensische Botschaft beim Vatikan
Montag, 16. Januar 2017
Präsident Mahmud Abbas hat am gestrigen Samstag beim Vatikan eine diplomatische Vertretung eröffnet. “Heute kamen wir mit Papst Franziskus zusammen”, sagte Abbas zu den... Weiterlesen...
IMAGE Abbas warnt Trump vor Botschafts-Verlegung nach Jerusalem
Montag, 16. Januar 2017
Präsident Mahmoud Abbas hat damit gedroht, die Anerkennung Israels zu widerrufen, sollte der designierte US-Präsident Donald Trump wie angekündigt die US-Botschaft im Land nach... Weiterlesen...
IMAGE Frankreich warnt Trump vor „Sturheit“
Montag, 16. Januar 2017
Die Einschätzung, dass Trump den Nahost-Konflikt wesentlich beeinflussen wird, teilten auch die Konferenzteilnehmer - allerdings aus ihrer Sicht nicht zum Positiven. Ayrault... Weiterlesen...
IMAGE Steinmeier: Trumps Pläne ein Risiko neuer Eskalation
Montag, 16. Januar 2017
Auch Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier sieht vor allem in Trumps Plänen ein „Risiko neuer Eskalation“ im Nahost-Konflikt. 2017 könne ein „entscheidendes... Weiterlesen...
IMAGE Steinmeier lobt Grundsatzrede von Kerry zur Nahostpolitik
Donnerstag, 29. Dezember 2016
Bundesaußenminister Steinmeier hat den Appell seines US-Amtskollegen Kerry für eine Zweistaatenlösung im Nahost-Konflikt begrüßt. Kerrys Rede sei Mahnung und Auftrag... Weiterlesen...
Überfall mitten in der Nacht
Freitag, 23. September 2016
Am frühen Mittwochmorgen gegen halb drei Uhr ist eine Einheit der israelischen Armee in das Dorf Bilin in der besetzten Westbank eingedrungen. Die Soldaten durchsuchten mehrere Häuser und... Weiterlesen...
Israels falscher Bürgerkrieg
Dienstag, 13. September 2016
Ist Israel am Rande eines Bürgerkrieges mit einer jüdischen Bevölkerung, die tief gespalten ist bezüglich der zukünftigen Besatzung, wie eine wachsende Anzahl israelischer Kommentatoren... Weiterlesen...
Stille Landnahme
Freitag, 12. Februar 2016
Israelische Menschenrechtler werfen der dortigen Regierung vor, den Siedlungsbau voranzutreiben. Frühlingsblumen sprießen aus felsigem Grund, ein paar Hirten treiben ihre Ziegen die Hügel hinauf,... Weiterlesen...
IMAGE Sorgen um den Koordinator des gewaltfreien Widerstands
Sonntag, 25. September 2016
Die Internationale Liga für Menschenrechte e. V., die Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost e. V. und das Palästinakomitee Stuttgart e. V. veröffentlichten am... Weiterlesen...
IMAGE Presseerklärung der Delegation des Europäischen Parlaments für Beziehungen mit Palästina
Sonntag, 21. Februar 2016
Nach einem viertägigen offiziellen Besuch drückte die Delegation des Europäischen Parlaments für Beziehungen mit Palästina ihre Bestürzung über die sich verschlimmernde... Weiterlesen...
IMAGE Israelischer Oberrabbiner ruft zum Mord auf – 21.1. 16
Montag, 01. Februar 2016
Über Lilian Rosengarten (Auschwitz-Überlebende) Wir dürfen einem Palästinenser  nicht erlauben zu überleben, nachdem er verhaftet wurde.   Wenn man ihn leben  lässt und... Weiterlesen...

Wir dürfen das Massaker in Deir Yassin nie vergessen

Während ich die lebendigen Details des Berichtes beschreibe, die sich in das Gedächtnis  meiner Großmutter einprägten, bin ich entsetzt über all das, was sie 65 Jahre lang in sich behalten hat. Ich schreibe die Geschichte auf, die tief in ihrem Bewusstsein ruhte, um ihre Wahrheit zu bestätigen. Ohne sie würde dies nie aufgeschrieben worden sein.

Ich studierte die Falten im Gesicht meiner Großmutter genau, weil ich weiß, dass hinter jeder eine  zeitlose Geschichte von unsagbaren Schmerz, Überlebensgefühl und Hoffnung liegt. Diese Geschichte, mit der die anhaltende Enteignung, das Leiden und die Unterdrückung des palästinensischen Volkes begannen, ist eine, die sich weigert, verschwiegen oder vergessen zu werden. Es ist die Geschichte von Deir Yassin.

Man erinnere sich an das Datum: Freitag den 9. April 1948, einen Tag der Infamie in der palästinensischen Geschichte. Meine Großmutter war in den Tagen des Deir Yassin-Massakers neun Jahre alt und seitdem lebt sie jeden Tag mit der Verpflichtung, dies nie zu vergessen.

Vorahnung   Donnerstag der 8. April endete in dem kleinen, ruhigen Dorf wie jeder andere Tag. Meine Großmutter und ihre jüngere Schwester kehrten von der Schule heim, um ihren Aufsatz  mit der Überschrift „Asri“ („Eile!“) fertig zu schreiben. Sie erzählt lebhaft dieses Detail. Wie andere Kinder ihres Alters wollte sie diese Aufgabe schnell fertig machen, um den nächsten Tag (einem Ruhetag) ganz zum Spielen frei zu haben.

Die Vorfreude dauerte jedoch nicht lange. Ich kann nicht anders, als an die Ironie der Überschrift der Hausaufgabe „Eile!“ zu denken – es ist fast so, als wäre es eine Art Vorahnung gewesen.

Am folgenden Tag rannten ganze Familien überstürzt vor Schrecken aus ihren Häusern, um einem Blutbad zu entkommen. Ab dem Morgengrauen dieses Freitags war das Leben, wie sie es kannten, nie wieder dasselbe. Deir Yassin würde nie wieder dasselbe sein.

Man ließ  Väter, Großväter, Brüder und Söhne sich entlang einer Mauer  aufstellen und dann hagelten Schüsse auf sie. Verehrte und geliebte Lehrer wurden mit Messern verstümmelt. Mütter und Schwestern wurden als Geiseln genommen, und die, die durch Flucht überlebten, kehrten zurück und sahen die Straßen des Dorfes voller Blut, und die Kinder waren über Nacht ihrer Kindheit beraubt.

Die Hauswände – sonst Zeugen von Wärme, Gelächter und Freude – waren mit Blut verschmiert und  weckten traumatische Erinnerungen. Meine Großmutter verlor  an diesem Tag 37 Mitglieder ihrer Familie. Dies sind Geschichten, die man in den meisten Geschichtsbüchern nicht finden wird.

 

Bitteres Symbol

Das Deir Yassin-Massaker war weder das größte, noch war es das grausigste. Die begangenen Brutalitäten, der Grad an Gewalt und die Komplexität der Methoden und  heimtückischen Waffen, die Israel  während der letzten Jahrzehnte gegen Zivilisten  angewandt hat, sind bei weitem sadistischer und bösartiger. Aber Deir Yassin  markiert einen der entscheidendsten Wendepunkte in der palästinensischen Geschichte.

Es ist ein bitteres Symbol, das sich ins palästinensische Wesen und sein Narrativ tief eingegraben hat; es hallt schrill als das Ereignis wieder, das unsere anhaltende Nakba (Katastrophe) beschleunigt, die durch die erzwungene Vertreibung von 750 000 Palästinenser aus ihren Häusern gekennzeichnet wird und so die größte Flüchtlingsbevölkerung weltweit schuf, deren Hälfte in der Diaspora lebt.

Deir Yassin ist seit 65 Jahren eine ätzende Erinnerung des anhaltenden Leidens und Kampfes, ja eines systematischen Genozid des palästinensischen Volkes. Als das Dorf  derart in Schrecken versetzt wurde, liefen Schockwellen von Terror durch Palästina und legten den Plan für die Architektur des heutigen Apartheidstaates Israel.  …

Das Narrativ der Überlebenden wird wie das Blut durch die Adern eines jeden palästinensischen Kindes weitergegeben. Und solange unsere Herzen schlagen, werden die Symbole des palästinensischen Lebens -wie Widerstand, Unverwüstlichkeit und Hoffnung -  weiter stark bleiben.

Wir sind wie der Olivenbaum, der beharrlich und entschlossen auf seinem Grund und Boden tiefverwurzelt zu bleiben wünscht. …

*Dina Elmuti ist Sozialarbeiterin, die – in Chikago und Palästina -  die Auswirkungen von chronischem traumatischen Stress und Gewalt auf die physische, psychische und psychosoziale Gesundheit von Kindern  untersucht.

08.04.2013, electronicintifada.net
(dt. und stark gekürzt: Ellen Rohlfs)