NAKBA 2014

Seit 1948 erinnern die Palästinenser an den ‘Nakba-Tag’ – die Katastrophe. Viele Theorien wurden in den letzten Jahrzehnten verfasst, neue Generationen – besonders die in der Diaspora – werden ihre Verbindung zum Heimatland und damit dem verlorenen Heimatland ihrer Eltern vielleicht langsam verdrängen. Die Palästinenser zählen aktuell etwa 12 Millionen Menschen und man findet sie von Neuseeland bis Kanada. Keiner dort wird die Bindung an seine Heimat jemals vergessen. Jeder von ihnen fühlt die Notwendigkeit der Beendigung des ungerechten Zustandes, den ihnen die Interessen einer gewissen Supermacht und die der Zionisten zumuten.

Vergangen sind die Tage, wo Israel von westlichen Intellektuellen als Teil eines Fanals in der Dunkelheit des islamischen Mittleren Ostens angesehen. Vergangen sind die Tage wo westliche Orientalisten die ‚Islamophobie’ als ein Instrument der Manipulation der Öffentlichkeit für die Zustimmung zu dem zionistischen Projekt in Palästina benutzten. Nach 66 Jahren Israel und 47 Jahren der Besetzung der Westbank und des Gazastreifens, des ungebremsten Landraubes, der ständigen Verletzung von Menschenrechten und internationaler Gesetze, der ethnischen Säuberung Palästinas, der Kolonisierung besetzter Gebiete, erkennen mehr und mehr Menschen die wahren Absichten hinter diesem monströsen ‚Projekt’, welches nicht nur die Palästinenser zum Opfer hat sondern die ganze Welt in Geiselhaft genommen hat. Jetzt steht Israel als einer der führenden Räuberstaaten da und nähert sich seinem ehemaligen Partner, dem südafrikanischen Apartheidstaat an, der längst untergegangen ist. Dieser Fakt wurde während der Abstimmung der UN-Generalversammlung für einen unabhängigen Palästinenserstaat überdeutlich als man Palästina den Beobachterstatus zuerkannte.

Ungeachtet aller dieser Fakten versuchte der US-Außenminister John Kerry vordergründig sein bestes, das Ergebnis der UN-Abstimmung in den völlig außer Betracht gekommenen Friedensprozess einfließen zu lassen. In einer nach außen optimistischen Atmosphäre versuchte er Israel zur Beendigung wenigstens der extremistischsten Vorhaben zu drängen und einen Friedensabkommen mit den Palästinensern zu unterzeichnen und auf der Basis von  formaljuristisch 22% eines Rest-Palästinas die 2-Staaten–Lösung zu akzeptieren. Sinnlos!

Nach einem Zeitlimit von 9 Monaten musste er – offensichtlich ernüchtert – feststellen, dass die Israelis immer wieder die Bemühungen offen torpedierten und zu Ende der geplanten Termins auch die Freilassung einer letzten Gruppe von Langzeitgefangenen verweigerte. Dass die israelische Siedler parallel  ihre Siedlungsprojekte in den besetzten Gebieten (22% des ehemals palästinensischen Bodens) ungebremst weiter betrieben, muss nicht extra erwähnt werden – eigentlich!

Als dann Mr. Kerry seinem Unmut über Israels Verhandlungstechniken und deren Begleitmusik in aller Öffentlichkeit kritisierte, aktivierten diese umgehend ihre allzeit auf Krawall gebürstete Lobby in Washington und der "arme Kerl" musste nur wenige Stunden später zerknirscht um Entschuldigung bitten! Der 2. US-Politiker auf Israels Liste war der absolut pro-zionistische US-Unterhändler Martin Indyk, der beschuldigt wurde, Netanjahus extremen Positionen blindlings zu folgen. Da aber die ganze Zeit von verschiedenen Seiten Israels immer wieder die Schuld am Scheitern der Verhandlungen zugewiesen wurde UND NICHT DEN PALÄSTINENSERN, wurde am Ende plötzlich überdeutlich, dass die Palästinenser auf den Anspruch über 78% ihres Landes verzichteten, nur um des Friedens mit Israel Willen!

ABER: Netanjahu verabscheut eine Versöhnung mit den Palästinensern und möchte die Teilung der Bevölkerung immer weiter vertiefen, um diese wehrlos und schwach zu erhalten. Er arbeitete nach den alten römischen Herrschaftsprinzipien – divide et impera! – Teile und Herrsche! – ein auf lange Zeit angelegtes, wirkungsvolles Prinzip aller Eroberer. Die Palästinenser wissen wohl, dass diese Zersplitterung ihres Volkes ein Teil von Israels Politik ist und nicht nur die sichtbare Spaltung zwischen Hamas und PLO.

Deswegen sollte es niemand verwundern, dass Netanjahu Präsident Abbas aufforderte sich zwischen Hamas und Israel entscheiden zu müssen. Die Hamas sei nämlich eine "terroristische Organisation", die Israel vernichten will.

Mit dieser Logik Israels bleibt FRIEDEN nur noch ein Wunschdenken. Israels eindimensionale Mentalität wird dieses Land weiter in eine Isolation vom Rest der Welt führen und das ungeachtet der ‚felsenfesten Allianz mit den USA und das ist mittelfristig ebenfalls Wunschdenken.

Die Frage wird sein, wie lange noch US-Intellektuelle Zions Abenteuer in Palästina als ein Initialprojekt - welches alle Prinzipien von Gerechtigkeit und Frieden ignoriert – unterstützen werden. Im Zeitalter der Moderne sind die Palästinenser, die wahren Verteidiger der Entwicklung und eines multi-ethnischen Gedankens. Seit den Tagen der Jahre 1969/70 vertritt die PLO die Existenz einer multi-kulturellen und multi-ethnischen Bevölkerung, die Juden, Christen und Muslime einschließt und zwar in einer säkularen Demokratie, die alle ihre Bürger frei von Diskriminierung und von irgendwelchen Hegemoniebestrebungen einer der religiösen Gruppen leben lässt. Eine solche offene Meinung wurde rasch von den Zionisten und deren westlichen Unterstützer abgetan. Sie stellten sich fest hinter Israels ein-dimensionalen Projekte und verhindern seitdem die Entwicklung eines palästinensischen Staates, hin zur Befreiung – Frieden und Demokratie.

Freunde Palästinas