Brennende Moscheen

Verwirrende und beängstigende Zeiten durchdringen den Mittleren Osten, besonders in Palästina. Sie erinnern an eine dunkle Vergangenheit, wo welche religiöse Gemeinschaft von sich behauptete, im Besitz der absoluten Wahrheit zu sein und der jeweils andere als „Feind Gottes“, mindestens aber als Ungläubiger bezeichnet wurde.

 

Häretiker wurden ebenso bedroht wie „wahre Gläubige“ und wurden von der jeweils anderen Gruppe gejagt, ermordet und oft genug verbrannt. Solche verheerenden eindimensionalen Gedanken über Religion im Allgemeinen, führten zu Religionskriegen auf allen Kontinenten. Asien, Afrika, Amerika und im Mittleren Osten. Unschuldige Menschen aller Glaubensbekenntnisse wurden brutal massakriert, Tempel, Moscheen und Kirchen zerstört oder günstigstenfalls umfunktioniert und das alles im Namen Gottes, der göttlichen Konkurrenz des Glaubens der Feinde.

Die Sieger aus diesen frühen Tagen erklärten sich immer wieder zur überlegenen Rasse oder sahen sich als qualitativ hochwertig an und den besiegten Völker und Nationen überlegen. Und das mit der Begründung einer ebenso überlegenen, einzigartigen Religion. Man begründete den Triumph auch mit einer natürlichen Überlegenheit oder aus rein metaphysischen Gründen, weil sie sich mit ihrem Gott, dem „wahren“ Gott an ihrer Seite, verbündet und von ihm beauftragt sahen. Es konnte nur „Gottes Wille“ sein, dass man diese glorreichen Siege errungen hatte und ihre Macht zu wachsen hat.

Solches Gedankengut und solche imperialen Triumphe führten in kürzester Zeit zur extremsten Gewalt. Diese Ideen trugen von Anfang an die Saat der Arroganz – als menschliche Natur getarnt – in sich und halfen dem Entstehen und Erblühen aller Imperien.  Der Mittlere Osten wurde Zeuge der Geschichte zahlreicher Imperien, wie Perser, Griechen, Römer, Kreuzzügler, Osmanen, Briten und Franzosen usw.

Jedes dieser Imperien ist verschwunden. Diese beherrschten die Gegend hunderte von Jahren und hinterließen unverkennbar ihre Spuren ohne Möglichkeit einer Rückkehr alter Verhältnisse.

Die wirklichen Bewohner des Mittleren Ostens erduldeten diese tiefen Spuren in ihrem angestammten Land, ungeachtet aller Einflüsse und Verletzungen. Sie erlebten fremde Eroberer mit deren eigenen ärmlichen und begrenzten Ideen; aber sie hielten standhaft durch, treu zu ihren Wurzeln stehend, Eines Tages wurden die Palästinenser in ihrem Land von einer Invasion der Zionisten überrannt. Unfähig einem solchem Andrang zu widerstehen, mussten sie Vertreibung, Enteignungen und Deportation aus ihrer Heimat erleben. Ihre Häuser wurde an Fremde gegeben, die eine „Rückkehr in ihr Land“ lauthals herausschrieen, welches ihnen angeblich vor über 3000 Jahren schon gehöret habe.

Mit einer Großmacht im Rücken, diktiert von strategischen sowie Ölinteressen, eroberten sie das Land und warfen die angestammte Bevölkerung heraus, jagten sie in die Hoffnungslosigkeit. Dörfer wurden eingeebnet, Städte änderten den Namen und ihren orientalischen Charakter. Moscheen wurden zerstört oder in Viehställe umfunktioniert. Diese Welle der Entweihung heiliger Stätten, Kirchen und Moscheen wurde Jahre später, nach der Okkupation der Westbank und Ostjerusalems, wieder ausgelöst. Mehr als 20 Moscheezerstörungen sind von jüdischen religiösen Extremisten, zuletzt im Dorf Jaaba – nördlich von Jerusalem – durchgeführt worden und von ihnen auch zu verantworten. Kirchen wurden mit Schmierereien besudelt, mit denen Jesus als „Sohn einer Hure“ dargestellt wurde, mit anderen Graffitis wurde der Prophet Muhamad als „Schwein“ bezeichnet. Solche „Meinungsäußerungen“ passen gut in die Zeit mittelalterlicher Denkweisen, wo des Eroberers Mentalität bestimmte was Recht zu sein hat.

Das alles passt nicht wirklich in unsere „moderne“ Zeit der Demokratie und Menschenrechtsprinzipien. Es ist traurig genug, mit ansehen zu müssen, wie solche Verbrechen straflos geschehen und wie unbeteiligt die gerade verantwortliche israelische Regierung dabei wirkt. Die Leute reklamieren aber ständig für sich und ihr Land, die einzige Oase von Demokratie im Mittleren Osten zu sein. Aber was noch viel trauriger stimmt ist, dass solcher Wandalismus unter totalem Schweigen und Sorglosigkeit der Weltöffentlichkeit abläuft. Es ist wenig klug, auf religiösen Gefühlen anderer Völker herumzutrampeln, gerade bei “besiegten Völkern”. Ein solches Vorgehen zeugt von völlig fehlender Weitsicht und setzt nur den berühmten Geist aus der Flasche frei, der dann die ganze Region in Brand setzt. Im alten Griechenland sagte man dazu: Die Büchse der Pandora wurde geöffnet! Was da herauskommen soll, wird den Mittleren Osten nicht nur in Brand setzen. Nein! Es wird ihn vernichten, auch die, die heute noch triumphieren!

Den Fanatikern mit „religiösem Gewand“, die nicht fähig sind, über ihre Nasenspitze hinauszuschauen, sei gesagt: Das Rad der Geschichte wird sich immer weiter drehen.

Freunde Palästinas