Ein Brief an Gott
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"Vom Land der Trauer" "Datum: ..Wir trauern noch immer" Herr des Alls, Vater unser, tausendfach Frieden mit dir. Von den Feldern des Elends kommen diese Worte, von ausgehungerten Tälern, von Gipfeln, deren Adler, auf den Thyrsusstab geworfen, in Verzweiflung gestorben! Von Meeren, in denen keine Inseln mehr sind, sondern nur noch von bitterer Erinnerung geschwollene Segel, von geknebeltem Leben in einem ungeborenen Kind. Alles, was diese Worte sagen wollen, o Vater unser, Vater, dessen Waisen des Gebetes leid sind, o Vater, wir haben gebetet seit vielen Jahren, o Vater, und sind noch immer Flüchtlingsscharen. *****
Unser Land,aus Honig - so wurde gesagt - und Strömen - so wurde gesagt von Milch, hat - so wurde gesagt - die großen Propheten hervorgebracht. Wir haben es geliebt, aber am Ende hat unsere Liebe uns nur zu Elenden gemacht, wir mussten alle Schmerzen des Kreuzes erleiden. O Vater unser, wie kann es dir gefallen, dass deine armen Söhne ohne Schuld - alle Schmerzen des Kreuzes erleiden!! *****
O Vater unser, ab heute sind wir keine Elenden mehr,wir werden nicht mehr zu dir beten, damit du Brot auf uns regnen lässt, unsere Wunde werden wir nicht mehr heilen mit Talisman und Amulett. Wir haben durch unsere Trauer große Propheten hervorgebracht und von unseren größer werdenden Wünschen, haben wir einen Gott gemacht, der durch unser Elend hindurch einen Weg geschlagen zu einem neuen Morgen. *****
Wenn diese Worte provozieren, verzeih Allmächtiger, ich bin ein Mensch, aus Erde gar, ich bin, seit ich bin, der Sünder, und du mein Herr bist unfehlbar!! Gesammelte Werke, Dar al-Awda, Beirut 1973
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