Dichtung
Taufik Zayad

Galiläo 400 Jahre

Die Erde dreht sich,
das Rad der Geschichte dreht sich,
nichts stellt sich in den Weg des Lichts.

Mit der Menschheit beuge ich mein Haupt,
in meinem Herzen bist du lebendig..
in meiner Seele.
Richtig ist, was der Verstand annimmt,
die Lüge des Priesters verweht mit dem Wind,
und im Licht der Sonnen
sind alle Märchen von gestern verronnen.

Das Pech im Topf
auf dem Herd sprudelt und kocht
und in ihm ein Mensch,
der dem Teufel im Priesterkleid trotzt.

"Die Erde dreht sich doch...!"
O Galiläo!
Vierhundert Jahre
gegangen und gekommen sind die Tage
und haben alle Schimären entblößt.
Würdest du leben,
dann könntest du mit eignen Augen sehen
wie vom Wind die Inquisition
wie eine Handvoll Federn zerstob.

Weder Feuer noch Pech,
weder Tyrannei noch Kirchengericht
können töten
den menschlichen Geist!
Richtig ist, was der Verstand annimmt,
die Lüge des Priesters verweht der Wind,


Gesammelte Werke, Dar al-Awda, Beirut 2000