Kardinal Lehmann und seine sechstägige Pilgerreise

Von Dottir

27 deutsche Bischofe reisten mit Kardinal Lehmann ins heilige Land.

Was sie dort bei ihrem Besuch erlebten, schildert der Mainzer Bischof und Vorsitzende der Deutschen Bischofkonferenz. Die Lage der Palästinenser ist erschreckend und geradezu katastrophal. Bethlehem wirke wie ein lebendiges Gefängnis. Zitat aus der RP von Godehard Uhlemann vom 05. März 07.
Diese Aussage verwundert mich in keiner Weise. Ich glaube den Eindrücken der Bischöfe, glaube auch deren Entsetzen darüber, wie die israelische Regierung mit der arabischen Bevölkerung in Palästina umgeht. Das Wort "Ghetto" haben die Bischofe zurück genommen. Der Vergleich war nicht passend.

Aber fest steht, daß die Bevölkerung Palästinas wie in einem großen Gefängnis lebt. Und das ist nicht gerade menschenwürdig. Auch der Mauerbau, dafür gibt es keine Entschuldigung meiner Meinung nach. Das kann doch nicht die Lösung sein!

Am Dienstag, den 06. März und auch am Mittwoch den 07. März verfolgte ich die Sendung auf Arte: Die Juden - Geschichte eines Volkes. Diese Berichterstattung über den Leidensweg der Juden von Beginn an, ihre Wanderschaften quer durch Europa, der Türkei und durch Polen und Russland, ihre Suche nach einem friedvollem Leben wieder und immer wieder Angriffen ausgesetzt zu sein, hat mich persönlich sehr betroffen gemacht. Aus dieser Sicht heraus, kann man verstehen, daß dem jüdischen Volk endlich ein Gebiet zuerkannt wurde, wo sie ihren eigenen Staat bilden konnten. Das geschah 1948.

Aber ihr neu gegründeter Staat ging auf Kosten der dort lebenden arabischen Bevölkerung. Mehrere Kriege gingen ins Land und die einheimische Bevölkerung verlor Hab und Gut, verloren ihre Heimat, flüchteten in den Libanon, Syrien, Jordanien nach Saudi Arabien den Irak bis nach Pakistan und Indien.
Auf Grund der tragischen Geschichte der Juden, kann ich deren jetzigen Umgang mit der palästinensischen Bevölkerung nicht verstehen. Ein ganzes Volk leidet unter den jetzigen Umständen. Die israelische Regierung baut die Mauer, beraubt die Palästinenser ihres angestammten Grundbesitzes, vertreibt sie aus ihrem Lebensraum.

Daß das nicht Rechtens ist, ist wohl auch der israelischen Regierung klar. Wann finden endlich mal faire Gespräche zwischen den Israelis und den Palästinensern statt? Warum übt die Weltgemeinschaft nicht den nötigen Druck auf die israelische Regierung aus, sie dazu ultimativ aufzufordern, auf diplomatischen Weg eine Lösung zu suchen, die das Zusammenleben zwischen der palästinensischen und israelischen Bevölkerung friedlich regelt.

Der Konflikt dauert nun schon so lange. Das israelische Volk, im Hinblick auf ihre lange Geschichte der Verfolgung und Unterdrückung sollte meiner Meinung nach nicht zulassen, daß sie ihrerseits Unrecht an der palästinensischen Bevölkerung durch ihre Regierung zulassen. Das palästinensische Volk sucht Frieden und keine Konfrontation mit Israel. Was sie wollen kann man auf einen einfachen Nenner bringen. Sie wollen genauso wie die israelische Bevölkerung ein friedvolles menschenwürdiges Leben für sich und ihre Familien.
Ich finde es beschämend, daß es den Politikern nach so vielen Jahren nicht gelungen ist, ein friedvolles Zusammenleben zwischen der israelischen und palästinensischen Bevölkerung herzustellen.

Bei wem fehlt eigentliche der gute Wille zum Frieden?

http://www.rp-online.de/, 09. März 2007


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