Yassir Arafat vor der UNO-Vollversammlung
auf Ihrer 29. Sitzung in New York
13. November 1974
Herr Präsident,
Ich danke Ihnen für die Einladung an die PLO, an dieser Sitzungsperiode der UNOVollversammlung teilzunehmen. Und ich danke allen verehrten Mitgliedern der UNO, die dazu beitrugen, das Palästina-Problem in das Arbeitsprogramm dieser Versammlung aufzunehmen und beschlossen, uns einzuladen, die Sache Palästinas darzulegen.
Die Wiederaufnahme der palästinensischen Frage vor der Institution der Vereinten Nationen ist ein bedeutendes Ereignis. Diesen Schritt betrachten wir als einen Sieg für die Welt-Organisation und die Sache unseres Volkes. Er weist auf eine neue Richtung: die UNO von heute ist nicht die von gestern, da die Welt von heute nicht die von gestern ist. Die UNO repräsentiert heute 138 Staaten und spiegelt ziemlich deutlich den Willen der internationalen Gesellschaft wider. Sie ist fähiger geworden, ihre Charta und die Prinzipien der Allgemeinen Deklaration der Menschenrechte in die Tat umzusetzen. Sie ist auch fähiger geworden, die gerechten und friedvollen Interessen zu unterstützen. Dies ist es, was unser Volk und die Völker Asiens, Afrikas und Lateinamerikas heute spüren. Es trägt dazu bei, der UNO in unseren und der übrigen Völker Augen größere Achtung zu schenken. Die Hoffnungen der
Völker dieser Erde auf aktive Teilnahme der UNO in der Unterstützung von Frieden,
Gerechtigkeit, Freiheit und Unabhängigkeit wachsen, wie auch die Hoffnungen zunehmen für
die Errichtung einer neuen Welt ohne Kolonialismus, Imperialismus, Neo-KoIonialismus und
allen Formen des Rassismus, einschließlich des Zionismus.
Herr Präsident,
Wir leben in einer Welt, die nach Frieden, Gerechtigkeit, Gleichheit und Freiheit strebt, und
die erleben möchte, wie die unterdrückten, unter Kolonialismus und Rassismus leidenden
Völker ihr Recht auf Selbstbestimmung ausüben. Diese Welt wünscht, daß die internationalen
Beziehungen zwischen allen Staaten auf der Basis der Gleichheit, der friedlichen Koexistenz,
der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten, der Sicherheit, der nationalen
Souveränität, der Einheit und Unabhängigkeit aller Regionen eines Staates stehen, und sie
strebt nach gerechten, gleichwertigen, wirtschaftlichen Beziehungen im gegenseitigen
Interesse. Sie hofft auch, daß sich das menschliche Streben auf die Bekämpfung der Armut,
des Hungers, der Krankheit und der Naturkatastrophen konzentriert. Sie trachtet danach, die
produktiven, wissenschaftlichen und technischen Fähigkeiten des Menschen zu entwickeln
und zu fördern, seine Schätze zu mehren und die Kluft zwischen den unterentwickelten und
hochentwickelten Ländern zu verringern. All dies prallt jedoch auf eine reale Welt, die noch
von Unruhen, Ungerechtigkeit, Diskriminierung und Ausbeutung beherrscht wird und die von
wirtschaftlichen Katastrophen, Kriegen und Krisen immer noch bedroht ist.
Es gibt immer noch Völker, wie in Zimbabwe, Namibia, Südafrika, Palästina und andere, die
Opfer von Aggression, Unterdrückung und Terror sind. Diese Regionen der Welt erleben eine
bewaffnete Auseinandersetzung, die ihnen von den kolonialistischen und rassistischen
Kräften auf terroristische Weise aufgezwungen wurde. Diese unterdrückten Völker sind
gezwungen, sich dagegen zu wehren. Das ist ein legaler und gerechter Widerstand.
Herr Präsident,
Die UNO muß sich für die Unterstützung dieser Völker einsetzen und ihnen helfen, ihr
gerechtes Anliegen zum Erfolg zu bringen und ihr Selbstbestimmungsrecht zu erlangen.
Die Völker Indochinas sind immer noch der Aggression ausgesetzt und sehen sich mit
Verschwörungen konfrontiert, die sie daran hindern, Frieden in ihrem Land zu schaffen und
ihre Ziele zu verwirklichen. Obwohl die Völker dieser Welt das Abkommen von Laos und das
Friedensabkommen von Südvietnam gutgeheißen haben sind diese Abkommen vom wahren
Frieden weit entfernt, da die Aggressionskräfte darauf beharren, Vietnam in Unruhe und
Krieg zu halten. Und das Volk in Kambodscha ist immer noch militärischen Aggressionen
ausgesetzt. Die internationale Organisation, Herr Präsident, muß aktiv an der Unterstützung
dieser Völker teilnehmen und den Aggressoren und den Friedensstörern das Handwerk legen.
Die koreanische Sache ist auch von einer gerechten, friedlichen Lösung weit entfernt, obwohl
die Demokratische Republik Korea eine positive friedliche Haltung in ihren Vorschlägen zum
Ausdruck gebracht hat. Vor Monaten haben wir das Aufflammen der Zypern-Krise miterlebt
und teilten ihre Sorgen mit den Völkern der ganzen Welt. Die UNO muß ihre Bemühungen
fortsetzen, um eine gerechte Lösung des Problems zu erreichen, die das zypriotische Volk von
den Qualen des Krieges befreit und seine Unabhängigkeit bewahrt. Ohne Zweifel gehört die
Zypern-Krise zu den Problemen und Sorgen der Länder des Nahen Osten und des
Mittelmeers.
Die Länder Asiens, Afrikas und Lateinamerikas unterliegen immer noch bestialischen
Aggressionen gegen ihren Kampf, der für eine Umwälzung des gegenwärtigen internationalen
Wirtschaftssystems in ein neues vernünftiges und gesundes System geführt wird. Das haben
jene Länder auf der Rohstoff- und Entwicklungskonferenz zum Ausdruck gebracht.
Den Plünderungen, Ausbeutungen und dem Aussaugen der Schätze der armen Völker muß ein
Ende gemacht werden. Diese Länder dürfen bei ihrem Bestreben nach Entwicklung, nach
freier Verfügung über ihre Ressourcen und nach Beseitigung des Preisdiktats für ihre
Rohstoffe nicht gehindert werden. Den gerechten Forderungen dieser Länder, die auf der
Übersee-Konferenz in Caracas, der Bevölkerungsplanung- und der Welternährungskonferenz
gestellt wurden, stehen immer noch Hindernisse im Wege. Die UNO muß sich energisch auf
die Seite des Kampfes für grundlegende Änderungen im Weltwirtschaftssystem stellen, da nur
diese allein es den unterentwickelten Ländern ermöglichen, sich rascher zu entwickeln. Diese
Institution muß sich energisch gegen all jene Kräfte wenden, die versuchen, die
Verantwortung für die Weltinflation den Entwicklungsländern, insbesondere den
Erdölförderländern, aufzubürden. Sie muß die Drohungen verurteilen, die gegen diese Länder,
die nur gerechte Forderungen stellen, gerichtet werden.
Herr Präsident,
Der Rüstungswettlauf in der Welt läuft immer noch auf Hochtouren. Diese Tatsache bedroht
die Welt, ihre Reichtümer zu vernichten und ihre Kräfte bei diesem Wettlauf zu vergeuden.
Darüber hinaus bleibt die Gefahr für bedrohliche, bewaffnete Explosionen bestehen. Der
Rüstungswettlauf muß gestoppt, die nuklearen Waffen müssen zerstört werden, die hohen
Ausgaben für die militärische Technologie müssen den Bereichen der Entwicklung der
Wissenschaften, der Steigerung der Produktion und der Verwirklichung des Wohlstandes der
Welt zugeführt werden. Das ist es, was alle Völker von der UNO erwarten.
In unserer Region ist die Unruhe immer noch am stärksten, denn das zionistische Gebilde
krallt sich weiterhin an arabischen Gebieten fest, die es besetzt hat. Es setzt seine Aggression
gegen uns fort und parallel dazu unternimmt es hektische militärische Vorbereitungen, um
einen neuen Aggressionskrieg durchzuführen, der der fünfte in der Kette seiner
Aggressionskriege sein wird. Allen Anzeichen nach muß man sich der Gefahr eines nuklearen
Krieges bewußt sein, der völlige Vernichtung und Zerstörung mit sich bringt.
Herr Präsident,
Die Welt braucht den größten Einsatz all ihrer Kräfte, um ihre Ziele von Frieden, Freiheit,
Gerechtigkeit, Gleicheit und Entwicklung zu verwirklichen, um den Kolonialismus,
Imperialismus, Neo-Kolonialismus und Rassismus in all seinen Formen, einschließlich des
Zionismus, zu bekämpfen, da dies der einzige Weg ist, der zur Erfüllung der Hoffnungen aller
Völker führt, einschließlich der Völker jener Staaten, die diesen Weg ablehnen. Es ist der
Weg zur Verwirklichung der Charta der Vereinten Nationen und der Allgemeinen Erklärung
der Menschenrechte. Die Fortdauer des gegenwärtigen Zustands kann nur dazu führen, daß
die Welt der bedrohlichsten bewaffneten Auseinandersetzung und wirtschaftlichen und
menschlichen und Naturkatastrophen ausgesetzt ist.
Herr Präsident,
Trotz dieser krisenhaften Situation, die in der Welt herrscht, und trotz der in dieser Welt noch
vorhandenen ungerechten und primitiven Kräfte, erlebt unsere Welt historische Zeiten. Sie ist
Zeuge vom Niedergang der alten Welt, einer Welt des Kolonialismus, Imperialismus, Neo-
Kolonialismus und Rassismus in all seinen Formen, insbesondere des Zionismus. Die Welt
von heute erlebt, wie die Völker der Erde einen großen historischen Schritt in eine neue Welt
tun, in der die gerechte Sache siegen wird. Wir glauben fest an diesen Sieg.
Herr Präsident,
Die palästinensische Sache ist ein wichtiger Bestandteil dieser gerechten Anliegen, für die die
unter Kolonialismus und Unterdrückung leidenden Völker kämpfen. Da mir die Gelegenheit
gegeben wurde, unser Anliegen hier vorzutragen, möchte ich es nicht versäumen, dafür zu
plädieren, daß diese Chance allen kämpfenden Befreiungsbewegungen gegen Rassismus und
Kolonialismus auch gewährleistet wird. Im Namen aller, die sich für die Freiheit und das
Selbstbestimmungsrecht der Völker einsetzen, appelliere ich an Sie, ihrer wie unserer Sache
gleicherweise die volle Aufmerksamkeit zu schenken. Dies bildet eine grundlegende Stütze
für die Sicherung des Friedens in der Welt, für die Errichtung einer neuen Welt, in der alle
Völker frei von Unterdrückung, Ungerechtigkeit, Furcht und Ausbeutung leben. Innerhalb
dessen und für dieses Ziel trage ich Ihnen unsere Sache vor.
Wenn wir hier vor diesem internationalen Forum zu Ihnen sprechen, so ist dies Ausdruck
unserer Überzeugung, daß der politische diplomatische Kampf unseren bewaffneten Kampf
ergänzt. Gleichzeitig wollen wir dadurch unseren Respekt für die Rolle der UNO bei der
Lösung der internationalen Probleme zum Ausdruck bringen, nachdem sich ihre Struktur
gewandelt hat zugunsten der Hoffnungen der Völker und der Lösung unseres Problems, für
das dieser internationalen Institution eine besondere Verantwortung zukommt.
Während unser Volk heute hier spricht, blickt es eher in die Zukunft, als daß es sich von den
Tragödien der Vergangenheit und den Ketten der Gegenwart gefesselt fühlt. Wenn wir
dennoch von der Gegenwart sprechen und in die Vergangenheit zurückblicken, ist es
deswegen, weil wir den Weg erklären wollen, den wir im allgemeinen mit allen Völkern der
Erde und insbesondere mit den Befreiungsbewegungen in die hoffnungsvolle Zukunft
einschlagen werden. Und wenn wir auf die Ursachen unseres Problems eingehen, dann nur
deshalb, weil es unter den Anwesenden hier noch welche gibt, die unsere Häuser besetzt
halten, unsere Felder abgrasen, die Früchte unserer Bäume ernten und behaupten, daß wir
Geister sind, ohne Existenz, ohne Tradition und ohne Zukunft. Und deshalb, weil bei
manchen bis vor kurzem und vielleicht noch heute die Vorstellung herrscht, daß unsere Sache
ein Flüchtlingsproblem, oder daß der Nahost-Konflikt ein Streitfall um Grenzen zwischen den
arabischen Staaten und dem zionistischen Gebilde ist, oder weil sie meinen, daß unser Volk
Rechte verlangt, die ihm nicht zustehen, und daß es ohne legalen vernünftigen Grund kämpft,
um den Frieden zu stören und andere zu terrorisieren. Und weil auch unter Euch solche sind -
hier meine ich die USA und andere - die unseren Feind mit Flugzeugen, Bomben und allem
möglichen Vernichtungs- und Zerstörungsmaterial ausrüsten, und uns gegenüber eine
feindliche Haltung einnehmen und versuchen, das wirkliche Problem zu entstellen. All dies
geschieht auf Kosten des amerikanischen Volkes, auf Kosten seines Wohls und auf Kosten
der Freundschaft, die wir mit diesem großen Volk anstreben. Ein Volk, für dessen Erfahrung
im Kampf für seine Freiheit und die Einheit seines Landes wir große Hochachtung
empfinden.
Ich möchte die Gelegenheit wahrnehmen und mich dem amerikanischen Volk zuwenden und
vor diesem Forum den Appell an es richten, unserem tapfer kämpfendem Volk, dem Recht
und der Gerechtigkeit beizustehen. Es soll sich an seinen Helden George Washington
erinnern, der für die Freiheit und die Unabhängigkeit Amerikas kämpfte, an Abraham
Lincoln, der die Armen, Unterdrückten und Leidenden unterstützte. Es soll sich an die
Vierzehn Punkte Wilsons erinnern, die unser Volk überzeugt von ihren großen humanen
Prinzipien übernimmt. Ich wende mich diesem amerikanischen Volk zu und frage:
Sind diese feindlichen Demonstrationen, die jetzt draußen stattfinden, sein wahres Gesicht?
Und was für ein Verbrechen hat unser Volk gegen das amerikanische Volk begangen? Warum
diese feindliche Haltung? Ist sie im Interesse Amerikas? Ist das im Interesse der
amerikanischen Massen? Gewiß nicht! Ich möchte das amerikanische Volk daran erinnern,
daß seine Freundschaft mit den arabischen Nationen bedeutungsvoller, wertvoller und von
Dauer ist.
Herr Präsident,
Die Analyse der Ursachen unseres Problems beruht auf unserer Überzeugung, daß das
Zurückgehen auf die Wurzeln der Probleme, die die Welt beschäftigen, dringend notwendig
ist, wenn man dafür Lösungen sucht. Dies ist eine Methode, die wir der internationalen Politik
zu übernehmen empfehlen, nachdem sie wie die Völker unter den Versuchen litten, die
Wurzeln der Probleme zu mißachten, darüber hinwegzugehen, und sie zu ignorieren, weil
man vor vollendeten Tatsachen kapituliert.
Die Wurzeln des palästinensischen Problems reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück, mit
anderen Worten, bis in die Zeit, die man als die Zeit des Kolonialismus und der Annektion
bezeichnet, sie reichen zurück bis in die Übergangszeit des Imperialismus, als der zionistischkolonialistische
Plan geschmiedet wurde, das Land Palästina mit jüdischen Emigranten aus
Europa zu erobern. Dies ist vergleichbar mit dem Siedlerkolonialismus in Afrika. In dieser
Epoche wuchs die Tyrannei derjenigen Kolonialisten mächtig an, die aus dem Westen nach
Afrika, Asien und Lateinamerika kamen, um Land zu besetzen, zu besiedeln, Kolonien zu
errichten und die härtesten Formen der Ausbeutung, Diskriminierung und Plünderung an den
Völkern der drei Kontinente zu praktizieren.
Dies ist die Epoche, deren abscheuliche, rassistische Auswirkung wir in Südafrika und
Palästina heute noch spüren. Die Kolonialisten und die Einwanderer haben ,,zivilisatorische"
und ,,kulturelle" Ideen als Vorwand benutzt, ihre Eroberung, Plünderung und Aggression in
Afrika und anderswo zu rechtfertigen. Sie benutzten diese Rechtfertigungen, um Palästina mit
zionistischen Einwanderungswellen zu überfallen; wie die Kolonialisten und Einwanderer
sich der Religion, Hautfarbe, Rasse und der Sprache als Vorwand bedienten, um den Prozeß
der Ausbeutung der Völker zu verschleiern, und sie mit Diskriminierung, Apartheit und
Terror in Afrika zu unterjochen, so bedienten sie sich auch dieser Methoden, um die
palästinensische Heimat gewaltsam zu annektieren, ihr Volk zu diskriminieren und schließlich
zu vertreiben. Damals benutzten die Kolonialherren die diskriminierten und ausgebeuteten
Habenichtse als Kanonenfutter für ihre Aggression und als Säulen ihrer Kolonie.
Der internationale Kolonialismus und die zionistischen Führer benutzten desgleichen die
mittellosen, diskriminierten Juden Europas als Kanonenfutter und als Säulen ihrer Kolonie
und der rassistischen Diskriminierung. Die zionistische Ideologie, die gegen unser Volk
praktiziert wurde, um Palästina mit den aus dem Westen kommenden Eroberern zu besiedeln,
wurde gleichzeitig dazu verwandt, um die Juden aus ihren verschiedenen Heimat-ländern
herauszureißen und von den Nationen zu entfremden. Sie ist eine siedlerkolonialistische, auf
Trennung bestehende, rassistische, reaktionäre Ideologie, die sich in ihren Grundlagen mit
dem Antisemitismus trifft. Ja sie ist sogar die Kehrseite ein und derselben Medaille. Denn
wenn wir sagen, daß Anhänger einer bestimmten Religion - hier das Judentum - gleich in
welchem Land, mit dieser Nation nicht identisch sind, und daß sie nicht als gleichberechtigte
Bürger mit anderen andersgläubigen Bürgern zusammenleben können, so trifft sich dies direkt
mit dem, was Antisemiten vertreten. Und wenn sie sagen, daß die einzige Lösung ihres
Problems darin besteht, sich von den Nationen und Gesellschaften, deren Bestandteil sie in
langjähriger Geschichte waren, zu lösen, auszuwandern, ein Land, das einem anderen Volk
gehört, zu besiedeln und den Platz dieses Volkes mit Gewalt und Terror einzunehmen,
vertreten sie die gleiche Haltung wie jene, von denen die Verfechter des Antisemitismus sie
einst übernommen hatten.
Hieran wird z.B. der starke Zusammenhang zwischen Cecil Rhodes, als er seinen
Siedlerkolonialismus in Südost-Afrika ins Zentrum rückte und Theodor Herzl deutlich, der
sich daran machte, seinen Siedlerkolonialismus auf dem Boden Palästinas vorzubereiten und
zu entwerfen. Und als Herzl das siedlerkolonialistische Führungszeugnis von Rhodes erhielt,
legte er es der Britischen Regierung vor, um von ihr den Unterstützungs- und
Beistandsbeschluß zu erhalten. Als Gegenleistung baute er einen Stützpunkt für den
Imperialismus auf palästinensischem Boden, der seine Interessen an den wichtigsten
strategischen Punkten des Nahen Osten sichert. So startete die zionistische Bewegung im Pakt
mit dem internationalen Kolonialismus ihre Eroberung unseres Landes. Erlauben Sie mir,
folgende Tatsachen kurz zu erläutern:
- Zu Beginn der Eroberung im Jahre 1881 und vor der ersten Einwanderungswelle betrug die
Einwohnerzahl in Palästina etwa eine halbe Million. Alle sind Araber: Moslems und
Christen, darunter 20000 palästinensische Juden. Sie leben gemeinsam, eingebettet in
religiöser Eintracht, für die unsere Tradition bekannt ist.
- Palästina war ein grünes Land, bewohnt vom arabischen Volk, das dort sein Leben
gestaltete und seine Kultur besang.
- Die zionistische Bewegung arbeitete mit allen tückischen Mitteln darauf hin, daß in den
Jahren von 1882 bis 1917 ca. 50000 europäische Juden emigrierten und in unser Land
verpflanzt wurden. Es gelang ihr, die Balfort- Deklaration von Britannien zu erhalten, und
diese Deklaration verkörperte den realen kolonialistisch-zionistischen Pakt. Diese
Deklaration brachte das Ausmaß des kolonialistischen Unrechts gegen die Völker zum
Ausdruck, da Britannien der zionistischen Bewegung etwas versprach, was es weder besaß
noch ein Recht dazu hatte. Der Völkerbund, in seiner alten Gestalt, ließ das arabische Volk
im Stich und die Prinzipien Wilsons lösten sich in Luft auf. Uns wurde der britische
Kolonialismus - in Form eines Mandats - mit Gewalt aufgezwungen.
Die vom Völkerbund beschlossene Mandats-Resolution verpflichtete sich, die zionistische
Eroberung unseres Landes zu ermöglichen. In den 30 Jahren nach der Bekanntgabe der
Balfort-Deklaration, gelang es der zionistischen Bewegung mit ihrem kolonialistischen
Verbündeten, noch mehr Juden aus Europa umzusiedeln und das arabische Land Palästina
gewaltsam zu annektieren. Damit stieg die Zahl der Juden in Palästina im Jahre 1947 auf etwa
600000, die weniger als 6% des fruchtbaren Bodens in Palästina besaßen. Die Zahl der
arabischen Palästinenser betrug zu dieser Zeit etwa 1 250 000.
- Aufgrund des Einvernehmens zwischen Mandatsregierung und zionistischer Bewegung
und mit Unterstützung der USA, wurde in der Frühphase der Tätigkeit dieser Organisation
von ihr eine Resolution verabschiedet, die die Teilung unserer Heimat Palästina am 29.
Nov. 1947 mittels zweifelhafter Aktivitäten und durch massive Erpressung befürwortete.
So teilte sie, was sie gar nicht teilen darf: das Land einer Nation. Wir aber lehnten diesen
Beschluß ab, wie die leibhafte Mutter jenes Kindes, die, als eine andere Frau es ihr streitig
machte, es ablehnte, daß Salomon ihr Kind in zwei Teile schnitt. Obwohl der Teilungsplan
den kolonialistischen Einwanderern 54% des palästinensischen Bodens schenkte, war ihnen
dies noch nicht genug. Sie führten daher einen Terrorkrieg gegen die arabische
Zivilbevölkerung, besetzten 8l% der Gesamtfläche Palästinas und vertrieben 1 Million
Araber, raubten somit 524 arabische Dörfer und Städte, zerstörten davon 385 und machten sie
dem Erdboden gleich. Sie erbauten ihre Siedlungen und Kolonien auf diesen Ruinen und auf
unseren Feldern und Gärten.
Hier liegen die Wurzeln des palästinensischen Problems, das heißt, daß die Grundlagen dieses
Problems nicht in religiösen oder nationalistischen Widersprüchen zweier Religionen oder
zweier Nationalitäten zu suchen sind, und nicht im Streit um Grenzen zwischen benachbarten
Staaten. Es ist das Problem eines Volkes, dessen Land gewaltsam geraubt, das von seinem
Boden vertrieben wurde, und dessen Mehrheit in der Verbannung in Zelten lebt.
Es gelang dem zionistischen Gebilde durch die Unterstützung der imperialistischen und
kolonialistischen Staaten - an ihrer Spitze die USA - die Vereinten Nationen zu überlisten,
daß seine Mitgliedschaft hier akzeptiert wurde, und so gelang es ihm, die Palästinafrage aus
ihrem Arbeitsprogramm zu streichen und die internationale Öffentlichkeit irrezuführen, indem
es das Problem als Problem von Flüchtlingen darstellte, die das Mitleid der Barmherzigen
oder die Integration in andere Länder nötig haben.
Gleichwohl begnügte sich dieser auf Kolonialismus gegründete rassistische Staat nicht mit
alledem. Er baute sich vielmehr zu einem Stützpunkt des Imperialismus aus und verwandelte
sich in ein Waffenarsenal, um seine Aufgaben bei der Unterdrückung der arabischen Völker
und der Aggression gegen sie in seiner Gier nach weiterer Expansion auf palästinensische und
arabische Territorien erfüllen zu können. Außer Dutzenden feindlicher Überfälle führte dieser
Staat 1956 und 1967 zwei Expansionskriege gegen die arabischen Länder und brachte
dadurch in der Tat den Weltfrieden in Gefahr. Ein Ergebnis der zionistischen Aggression vom
Juni 1967 war, daß der Feind das ägyptische Sinai bis zum Ufer des Suezkanals, die syrischen
Golanhöhen einschließlich den palästinensischen Boden bis zum Jordan besetzte. Damit
wurde eine neue Situation in unserem Gebiet, das sogenannte Nah-Ost-Problem geschaffen.
Da der Feind auf dauerhafter und wehrhafter Besatzung beharrte, und so die Speerspitze des
internationalen Kolonialismus gegen unsere arabische Nation verkörperte, komplizierte sich
die Lage immer mehr.
Resolutionen und Aufrufe der UNO und der Weltöffentlichkeit zum Rückzug aus den im Juni
1967 besetzten arabischen Gebieten schlug der Besatzer in den Wind. Alle friedlichen und
diplomatischen Bemühungen zur Einstellung seiner expansionistischen Politik waren
vergebens. Unserer arabischen Nation, vornab die Staaten Ägypten und Syrien, blieb kein
anderer Ausweg, als die sehr anstrengende militärische Vorbereitung zu treffen, um erstens
dieser bewaffneten barbarischen Invasion standhaft zu begegnen, und um zweitens, nachdem
alle friedlichen Mittel ausgeschöpft waren, diese Gebiete zu befreien sowie die Rechte des
palästinensischen Volkes wieder herzustellen. In dieser Konstellation brach der vierte Krieg
aus, der Oktoberkrieg, um dem zionistischen Feind die Fruchtlosigkeit seiner
expansionistischen Besatzungspolitik und seiner auf militärische Stärke gegründeten
Gesetzmäßigkeit zu beweisen.
Trotz allem sind die Führer des zionistischen Gebildes noch weit davon entfernt, daraus
Lehren zu ziehen. Sie schmieden stattdessen die Waffen für einen fünften Krieg, damit sie
von neuem zur Politik zurückkehren, mit den Arabern zu reden in der Sprache der
militärischen Überlegenheit, der Aggression, des Terrors, der Unterdrückung und des Krieges.
Verehrter Herr Präsident,
Es schmerzt unser Volk zutiefst, Propaganda zu hören, die besagt, daß sein Land eine Wüste
gewesen sei, die die fremden Siedler urbar gemacht hätten, daß seine Heimat menschenleer
gewesen sei, und daß das kolonialistische Siedlergebilde keinem Menschen Schaden zugefügt
hätte. Nein, Herr Präsident, wir müssen von diesem internationalen Forum aus diese Lügen
entlarven. Alle müssen wissen, daß Palästina die Wiege einer der ältesten Kulturen und
Zivilisationen war.
Das arabische Volk Palästinas sorgte für die Verbreitung von Grünflächen, dem Bauwesen,
von Kultur und Zivilisation jahrtausendelang in seinem Umfeld Es trug die Fahne der
religiösen Eintracht hoch, es wurde zum Vorbild für die Glaubensfreiheit und als treuer
Bewacher der Heiligtümer aller Religionen in seiner Heimat. Und ich als Sohn unter den
Söhnen der heiligen Stadt bewahre für mich und mein Volk die schönsten Erinnerungen und
prachtvolle Bilder von der Brüderlichkeit der Religionen, die in unserer heiligen Stadt
glänzten bevor die Katastrophe über sie hereinbrach. Davon ist unser Volk erst dann
abgewichen als es den barbarischen zionistischen Invasoren gelang, den Staat Israel zu
errichten, und uns zu vertreiben. Trotzdem beharrt unser Volk auf der Kontinuität, auf dem
palästinensischen Boden seinen kulturellen und menschlichen Auftrag zu erfüllen.
Unser Volk gestattet nicht, daß dieses Land zu einem Focus der Aggression gegen die Völker
oder zu einer rassistischen Festung gegen Kultur, Zivilisation, Fortschritt und Frieden wird.
Und deshalb kann unser Volk nicht umhin, die Tradition seiner Vorfahren in der Bekämpfung
der Eroberer fortzusetzen und die Verantwortung zu tragen für die Verteidigung seiner
Heimat, der arabischen Nation, seiner Kultur und Zivilisation und der Wiege der Religionen.
Es genügt, schnell einen Blick auf die rassistischen Haltungen Israels zu werfen, wie es die
OAS in Algerien und die Kolonisten in Afrika - sei es im Kongo, in Angola, Zimbabwe
(Rhodesien) oder in Südafrika unterstützte, und wie es dem vietnamesischen Regime gegen
die vietnamesische Revolution Beistand leistete, wie es sich nacheinander überall auf Seiten
der Kolonialisten, Militaristen und Rassisten stellte; wie es die Arbeit der Kommission zur
Beseitigung des Kolonialismus behinderte, und wie es ablehnte, zugunsten der
Unabhängigkeit der Länder Afrikas abzustimmen, wie es sich gegen die Forderungen der
Staaten Asiens, Afrikas, Lateinamerikas und anderer auf den Konferenzen für ,,Rohstoffe"
und ,,Entwicklung", der ,,Überseestaaten", der ,,Bevölkerungsplanung" und der
,,Welternährung" stellte. All dies bekräftigt zusätzlich das Bild des Feindes, der unser Land
gewaltsam geraubt hat und enthüllt die Ehre unseres Kampfes, den wir gegen ihn führen. Wir
verteidigen den Traum der Zukunft und er verteidigt die Legenden der Vergangenheit.
Herr Präsident,
Über diesen Feind, dem wir begegnen, existiert eine volle Akte, die sich gegen die Juden
selbst richtet, denn innerhalb des zionistischen Gebildes gibt es eine abscheuliche rassistische
Diskriminierung der orientalischen Juden. Obzwar wir das Hinschlachten der Juden unter dem
Naziregime mit unserer ganzen Kraft verurteilen, so waren, wie es scheint, die zionistischen
Führer hauptsächlich darum besorgt, dies auszunutzen, um die Auswanderung nach Palästina
zu realisieren.
Herr Präsident,
Wäre die jüdische Einwanderung nach Palästina mit dem Ziel erfolgt, mit uns als Bürger
gleicher Rechte und Pflichten zu leben, hätten wir für sie Raum geschaffen im Rahmen der
Möglichkeiten unserer Heimat, wie das mit Zehntausenden von Armeniern und Tscherkessen
geschah, die immer unter uns als Brüder und Bürger lebten genau wie wir. Wenn aber das
Ziel dieser Einwanderung nichts anderes ist als gewaltsame Annektion unseres Landes, unsere
Vertreibung und unsere Verwandlung in Bürger zweiter Klasse - und gerade dies ist
geschehen - so kann uns unmöglich jemand raten, dies hinzunehmen oder sich ihm zu beugen.
Unsere Revolution fußt deshalb von Anfang an nicht auf Rassismus oder religiösen
Fanatismus, sie ist nicht gegen den jüdischen Menschen in seinem Sein gerichtet, sondern sie
richtet sich gegen den rassistischen Zionismus und gegen die Aggression. In diesem Sinne ist
unsere Revolution auch für den jüdischen Menschen. Wir kämpfen dafür, daß Juden, Christen
und Moslems in gleichen Rechten und Pflichten ungeachtet der Rasse und Religion
miteinander leben. (Applaus)
- Wir, Herr Präsident, unterscheiden zwischen Judentum und Zionismus. Zur gleichen Zeit,
in der wir die zionistische, kolonialistische Bewegung bekämpfen, respektieren wir die
jüdische Religion und warnen heute, nachdem ein Jahrhundert seit dem Entstehen der
zionistischen Bewegung vergangen ist, daß diese Bewegung eine wachsende Gefahr für die
Juden der Welt, für das arabische Volk und für die Sicherheit und den Frieden in der Welt
darstellt.
- Der Zionismus besteht immer noch darauf, Juden aus ihren Heimatländern auswandern zu
lassen, und für sie eine künstliche Nationalität anstelle ihrer ursprünglichen Nationalitäten
zu schaffen. Er verfolgt eben diese ihm eigene zerstörerische Aktivität ungeachtet des sich
offenbarenden Scheiterns der von ihm angebotenen Lösung. Das Phänomen der ständigen
Auswanderung aus dem israelischen Gebilde seit seinem Entstehen, das sich mit dem
Niedergang der Segel des rassistischen Siedlerkolonialismus in der Welt verstärkt. ist der
Beweis für dieses Scheitern.
- Wir appellieren an alle Völker und Regierungen der Welt, Widerstand zu leisten gegen die
zionistischen Pläne, die darauf abzielen, noch mehr Juden der Welt aus ihren
Heimatländern auswandern zu lassen, um unsere Heimat gewaltsam zu rauben.
Gleichzeitig appellieren wir an Sie, sich jeglicher Unterdrückung des Menschen aufgrund
seiner Religion, Rasse oder Farbe entgegenzustellen.
- Ich frage mich, Herr Präsident, warum soll unser Volk und unsere Heimat die
Verantwortung für das Auswanderungsproblem der Juden auf sich nehmen, wenn ein
solches Problem in den Köpfen einiger vorhanden ist? Und ich frage, warum die
begeisterten Verfechter dieses Auswanderungsproblems - wenn es überhaupt existiert -
nicht selbst die Verantwortung auf sich nehmen, und ihre Länder öffnen, die flächenmäßig
größer sind und die die Voraussetzungen besitzen, diese Auswanderer zu absorbieren und
ihnen zu helfen?
Herr Präsident,
Diejenigen, die unserer Revolution das Attribut Terror geben, tun dies nur, um die
Weltöffentlichkeit irrezuführen und die Wahrheit zu verschleiern, nämlich unser Gesicht der
Gerechtigkeit und der Selbstverteidigung und ihr Gesicht der Ungerechtigkeit und des
Terrors.
Die Seite an der der Waffenträger steht unterscheidet den Revolutionär vom Terroristen. Wer
auf Seiten einer gerechten Sache steht, wer für die Freiheit seiner Heimat und seine
Unabhängigkeit gegen Eroberung, Besatzung und Kolonialismus kämpft, auf den kann in
keiner Weise das Attribut Terrorist angewandt werden; sonst wäre ja das amerikanische Volk,
als es die Waffe gegen den britischen Kolonialismus trug, terroristisch gewesen, sonst hätte
man den europäischen Widerstand gegen das Naziregime als Terror bezeichnen können, sonst
könnte man den Kampf der Völker Asiens, Afrikas und Lateinamerikas als Terror bezeichnen.
Nein, Herr Präsident, dies ist der gerechte, legale Kampf für den die Charta der Vereinten
Nationen und die Deklaration der Menschenrechte eintritt. Derjenige aber, der die Waffe
gegen die gerechte Sache trägt, derjenige, der den Krieg für die Besatzung der Heimatländer
anderer, für ihre Beraubung, Ausbeutung und Kolonialisierung führt, der ist der Terrorist, und
seine Taten müssen schuldvolle Taten sein für die das Attribut Kriegsverbrechen gilt, denn
die Gerechtigkeit einer Sache ist es, die die Gerechtiqkeit der Waffe bestimmt.
Herr Präsident,
Der zionistische Terror, der sich gegen das Recht des palästinensischen Volkes richtete als es
dieses Volk aus seiner Heimat vertrieb und es entwurzelte, ist festgehalten in legalen
Dokumenten, die in der UNO zirkulierten. Tausende der Söhne unseres Volkes wurden in
ihren Dörfern und Städten hingeschlachtet. Abertausende wurden unter dem Feuer der
Gewehre, den Salven der Kanonen und dem Beschuß der Flugzeuge gezwungen, ihre Häuser,
und das, was sie in den Boden ihrer Vorväter pflanzten, zu verlassen. Wie zahlreich sind die
Wege auf denen die Söhne, Kinder, Frauen und Greise unseres Volkes geschlagen wurden
ohne Nahrung und Wasser, wo sie gezwungen waren auf Berge zu klettern und in der Wüste
zu irren.
Die Katastrophen, die im Jahre 1948 über Hunderte der Bewohner von Dörfern und Städten,
in den Tälern und Höhen in Jerusalem, Jaffa, Lidda, Ramla und Galiläa hereinbrachen wurden
und werden nie vergessen von denen, die jede Sekunde ihrer Grausamkeit durchlitten, nie
vergessen, trotz der internationalen Verdunkelung der Information, die diese Grausamkeiten
wie die Spuren von 385 palästinensischen Dörfern und Städten, deren Existenz ausgelöscht
wurde, damals mit Erfolg verschwieg. Hinzu kommt das Sprengen von 19000 Häusern
innerhalb der letzten sieben Jahre - das gleicht dem Äquivalent der totalen Zerstörung von
200 palästinensischen Dörfern - und die unermeßliche Zahl derer, die vom Terror und von der
Folter gezeichnet wurden, und derer, die im Gefängnis sind - all dies kann unmöglich von der
Verdunkelung der Information hinweggelöscht werden.
Ihr Terror erstreckte sich sogar voll Neid auf den Ölbaum (Olivenbaum) in meinem Land, der
von ihnen als hohes Mahnmal gesehen wird, das sie an die autochtonen Bewohner dieses
Landes erinnert; dieser Baum schreit laut, daß der Boden palästinensisch ist, und so machten
sie sich daran, ihn zu entwurzeln oder zu mißachten und ihn zu fällen. Wie soll man den Satz
Golda Meirs auffassen, als sie ihre ,,Beunruhigung" aussprach ,,über die palästinensischen
Kinder, die täglich neu geboren werden"? Sie sehen in dem palästinensischen Kind und dem
palästinensischen Baum einen Feind, den man beseitigen muß. Herr Präsident, jahrzehntelang
verfolgten sie die kulturellen, politischen, sozialen und künstlerischen Führungskräfte unseres
Volkes mit Terror, Vernichtung, Meuchelmord und Vertreibung.
Sie haben unsere Tradition, Kultur und Volkskunst als ihre eigene ausgegeben und haben
ihren Terror auf unsere heiligen Stätten in der geliebten Stadt des Friedens Jerusalem
ausgeweitet, und sie beabsichtigen, ihren arabischen, christlich-islamischen Charakter zu
vernichten durch die Evakuierung ihrer Bewohner und die Einverleibung in ihr Gebilde. Es ist
nicht notwendig, ausführlich auf den Brand der Al-Aqsa-Moschee und die Plünderung der
Kostbarkeiten der Auferstehungskirche, auf die Deformation ihres Baustils und ihres
kulturellen Charakters einzugehen. Jerusalem mit ihrer Pracht und dem historischen Duft, der
sie erfüllt, legt Zeugnis ab für den Wechsel der Generationen, der in ihr erfolgte,
Generationen, die in jedem Winkel ihrer Ecken eine unauslöschliche Spur, einen zärtlichen
Abdruck, ein kulturelles Mal und einen menschlichen Pulsschlag hinterließen.
Es ist nicht verwunderlich, daß sich unter ihrem Himmel die drei Religionen umarmen. Sie
schreiten in ihrem Gefolge und an ihren Horizonten werfen sie Licht für die Menschheit auf
das Schellengeläut der Dornen und Schmerzen. die sie trägt, um ihre Zukunft zu zeichnen mit
allem was sie enthält an Hoffnungen, Wünschen und Möglichkeiten. (Applaus)
Herr Präsident,
Die wenigen palästinensischen Araber, die der Feind 1948 nicht vertreiben konnte, sind heute
Flüchtlinge auf ihrem Boden und werden vom israelischen Gesetz als Bürger zweiter, ja sogar
dritter Klasse behandelt - da die orientalischen Juden die Bürger zweiter Klasse sind - gegen
sie wurden alle Formen der rassistischen und terroristischen Diskriminierung angewandt, ihre
Länder und ihr Besitztum wurden beschlagnahmt, sie wurden blutig abgeschlachtet wie im
Dorf Kafr Kassem, sie wurden aus ihren Dörfern vertrieben und ihre Rückkehr wurde ihnen
verwehrt, wie es mit den Einwohnern der Dörfer Kafr Burum und Ikrit geschah. Unsere Leute
haben dort 26 Jahre lang unter dem Gesetz des Ausnahmezustands gelebt, sie haben kein
Recht zur freien Bewegung von einem Ort zum anderen ohne vorherige Erlaubnis des
Militärgouverneurs. Stellen Sie sich vor, Herr Präsident, zur gleichen Zeit, in der der
israelische Gesetzgeber ein Gesetz erläßt, das jedem einwandernden Juden, der unseren
Boden betritt, automatisch nationales Recht gewährt, gibt er ein anderes Gesetz heraus, das
den in Palästina verbliebenen Palästinensern, die in der Stunde der Besatzung nicht in ihren
Dörfern waren, das nationale Recht verweigert.
Herr Präsident,
Die Akte der israelischen Herrscher ist voll von Terrormorden, die sich auch auf die Söhne
der arabischen Nation erstrecken, die unter der Besatzung im Sinai und den Golanhöhen
verblieben sind, und die Erinnerung an das Verbrechen der Zerstörung der Bachr-al-Bakr-
Schule und der Fabrik Abu Zabel in Ägypten und die Zerstörung der libyschen zivilen
Verkehrsmaschine ist immer noch in unserem Gedächtnis. Die Zerstörung der Stadt Kuneitra
legt jedoch immer noch Zeugnis ab für jeden, der die Terrortaten sehen will. Wenn man die
Akte des zionistischen Terrors im Südlibanon aufschlagen will, und dies ist ein Terror, der
immer noch andauert, wird man physisch erbeben von dem Ausmaß der Grausamkeit, der
Piraterie, der Sprengungen und Aggression und was darin an Evakuierung der Zivilisten,
Zerstörung der Häuser, Menschenentführung und Felderverbrennen enthalten ist, ganz
abgesehen von den ständigen Übergriffen auf die libanesische Staatshoheit und abgesehen
von der Vorbereitung für den Raub der Gewässer des Flusses Litani.
Erinnern wir uns an die zahlreichen Beschlüsse, die von dieser Organisation gefaßt wurden,
die Israel der Aggression gegen die arabischen Staaten und der Aggression gegen die
Menschenrechte schuldig befunden haben und auch daran, daß es wegen der Einverleibung
Jerusalems und der Änderung ihres Status vor der Besetzung, und daß es wegen wiederholten
Verletzung der Paragraphen des Genfer Abkommens im Kriegsfall verurteilt wurde.
Herr Präsident,
Wenn man sich all diese Taten vor Augen hält, kann man sie nicht anders bezeichnen als
barbarischen Terrorismus. Trotz alledem besitzen die rassistischen, terroristischen Eroberer
die Kühnheit, die gerechten Kämpfe unseres Volkes als terroristische Taten zu bezeichnen -
gibt es eine größere Dreistigkeit an Unrecht und Verfälschung, die diese übersteigt? Wir
sagen, daß sich jene, die unseren Boden gewaltsam raubten und terroristische Verbrechen und
rassistische Diskriminierung begehen, die selbst den Rassismus Südafrikas von damals und
heute übertrifft, den Beschluß der Generalversammlung der UNO, den Ausschluß Südafrikas
von der Mitgliedschaft vor Augen halten sollten. Denn das ist das zwangsläufige Ende für
jeden rassistischen Staat, der die Gesetze des Dschungels anwendet und der die Heimat
anderer gewaltsam raubt und sie unterdrückt.
Herr Präsident,
Dreißig Jahre lang leistete unser palästinensisches Volk unter der britischen Besatzung und
der zionistischen Eroberung Widerstand gegen jegliche Versuche, ihm sein Land zu entreißen,
und es kämpfte in sechs Revolutionen, in Dutzenden von Volksaufständen, um die
Verschwörung zu vereiteln, damit es auf seinem Boden bleiben und die Souveränität über ihn
ausüben kann. Bis 1948 hat es für dieses Ziel dreißigtausend Menschen geopfert (bezieht man
diese Zahl auf die amerikanische Bevölkerung, gleicht dies 6 Millionen Amerikanern).
Als seine Mehrheit von dem 1948 besetzten palästinensischen Boden entwurzelt wurde, setzte
das Volk seinen Widerstand unter den schwierigsten Bedingungen und trotz
Vernichtungsversuchen beharrlich fort. Vergebens versuchte unser Volk auch mit allen
Mitteln seinem politischen Kampf für die Verwirklichung seiner Rechte Kontinuität zu geben;
es kämpfte um seine Existenz, deshalb studierten seine Söhne in der Emigration und
Verbannung und sie arbeiteten hart unter unmöglichen Bedingungen, um weiter existieren zu
können. Aus dem palästinensischen Volk gingen tausende Ärzte, Ingenieure, Professoren und
Wissenschaftler hervor, sie alle setzten ihre Arbeitskraft und ihr Können in den um ihre
besetzte Heimat liegenden arabischen Ländern ein.
Sie leisteten ihren Beitrag beim Prozeß des Aufbaus und der Entwicklung dieser Länder; mit
dem Einkommen, das sie dabei verdienten, unterstützten sie ihre jüngeren und älteren
Verwandten, die die Flüchtlingslager nicht verlassen konnten. So half der Bruder dem Bruder,
der Schwester und den Eltern und er zog auch noch seine eigenen Kinder groß. Gleichzeitig
träumte er in der Tiefe seines Herzens von der Rückkehr nach Palästina, er blieb
Palästinenser, er hielt seiner Heimat die Treue ohne Schwanken der Loyalität für sie, sein
zielgerichteter Wille und sein Enthusiasmus verloren nicht ihre Kraft. Nichts konnte ihn dazu
verführen, seine palästinensische Identität und seine Heimat Palästina preiszugeben. Nein,
auch die Zeit hat - wie die Kalkulierer kalkulierten - ihn seine Heimat nicht vergessen lassen.
(Applaus)
Als die Hoffnungen unseres Volkes, die es an die internationale Institution knüpfte, die sie
vergaß und seine Rechte ignorierte, nicht in Erfüllung gingen, als unserem Volk klar wurde,
daß der politische Kampf allein für die Zurückgewinnung auch nur einer Handbreit seiner
Heimat nicht ausreichte, da wandte es sich der palästinensischen Revolution zu und gab ihr all
seine menschlichen und materiellen Ressourcen und seine besten Söhne. Unser Volk
begegnete tapfer dem israelischen Terror, der es von seinem Kampfweg abbringen wollte,
einem Terror, der die menschlichen Vorstellungen übersteigt. In der letzten Dekade seines
Kampfes opferte unser Volk tausende Märtyrer und ein Vielfaches an Verwundeten,
Verstümmelten, Gefangenen und Internierten, um nicht vernichtet und aufgelöst zu werden
und um sein Recht auf Selbstbestimmung über seine Heimat und auf Rückkehr in sein Land
an sich zu reißen.
Die Massen unseres Volkes leben jetzt unter zionistischer Besatzung mit dem ihnen
innewohnenden Stolz und revolutionären hohen Mut, sie kämpfen - sei es in den Kerkern, den
Internierungslagern oder in dem noch größeren Gefängnis, dem ,,Besatzungskäfig" um ihr
Verbleiben und ihre Existenz. Sie kämpfen dafür, daß das Land arabisch bleibt und sie leisten
Widerstand gegen die Unterdrückung, die Tyrannei und den Terror in all seiner bedrohlichen
und tragischen Gestalt.
Durch die bewaffnete Revolution unseres Volkes kristallisierte sich seine politische Führung
und festigten sich seine nationalen Institutionen, und die nationale Befreiungsbewegung, die
alle seine Gruppierungen, Organisationen und Fähigkeiten umschließt, die von der PLO
verkörpert wird, wurde aufgebaut.
Durch die kämpfende palästinensische nationale Befreiungsbewegung reifte der Kampf
unseres Volkes und vervielfältigte seine Mittel, so daß sich dem bewaffneten Kampf der
politische und soziale Kampf hinzugesellte. Unsere Organisation machte sich zur Aufgabe,
den palästinensischen Menschen nicht nur für die gegenwärtigen Herausforderungen zu
rüsten, sondern ihn für den Aufbau der palästinensischen Zukunft zu formen. Zur gleichen
Zeit in der die PLO die bewaffneten Kämpfe führt und der Härte des zionistischen Terrors
begegnet, ist sie stolz darauf, daß sie vielfältige kulturelle und zivilisatorische
Errungenschaften erzielt hat. Sie errichtete Institutionen wissenschaftlicher Forschung, der
landwirtschaftlichen Entwicklung, Institutionen der Gesundheitsfürsorge und der
Wiederbelebung der kulturellen Tradition unseres Volkes und der Volkskunst. Aus ihren
Reihen gingen viele Dichter, Schriftsteller und Künstler hervor, die zur Entwicklung der
arabischen und man kann sogar sagen der internationalen Kultur beitragen. Der Inhalt all
dessen trug tiefe menschliche Züge, die bei allen Freunden, die ihn kennen, Begeisterung
hervorrief, und somit sind wir das Gegenteil, die Negation unseres Feindes, der sich auf der
Zerstörung von Zivilisation und Kultur gründete, indem er kolonialistische, rassistische
Ideologien verbreitete und all das, was sich gegen die Völker, den Fortschritt, die
Gerechtigkeit, die Demokratie und den Frieden richtet.
Herr Präsident,
Die PLO gewann ihre Legalität durch vorbildliche Opferbereitschaft, durch die Führung des
Kampfes in all seinen Formen, sie empfing diese Legalität von den palästinensischen Massen,
die sie mit der Führung betraute, die diese Führung ganz akzeptierten, sie gewann die
Legalität, indem sie alle Verbände, Gewerkschaften, Gruppierungen, sowie alle in ihrer
Nationalversammlung und in ihren Masseninstitutionen vorhandenen Kompetenzen vertrat.
Diese Legalität wurde durch die Unterstützung der gesamten arabischen Nation bestärkt und
diese Unterstützung wurde auf der letzten arabischen Gipfelkonferenz betont als dieser
Kongreß das Recht der PLO als einzig legitime Vertreterin des palästinensischen Volkes für
die Errichtung einer unabhängigen palästinensischen nationalen Autorität auf allen befreiten
Gebieten bekräftigte. Ihre Legalität wurde vertieft durch die Unterstützung der
Kampfesbrüder der Befreiungsbewegungen und der solidarischen befreundeten Staaten in der
Welt, die sich auf die Seite der Organisation stellten und ihr in ihrem Kampf für die Rechte
des palästinensischen Volkes helfend beistanden.
An dieser Stelle möchte ich voll Stolz und Anerkennung den Dank unserer Revolutionäre und
unseres Volkes für die aufrechte Haltung der blockfreien, afrikanischen, islamischen,
sozialistischen Staaten und der befreundeten Staaten Europas aussprechen, sowie allen
Freunden in Asien, Afrika und Lateinamerika danken, die ihren Beistand für den Kampf
unseres Volkes leisteten. (Applaus)
Herr Präsident,
Die PLO ist die einzige legitime Vertreterin des palästinensischen Volkes und in dieser
Eigenschaft bringt sie die Wünsche und Hoffnungen unseres Volkes zum Ausdruck und als
solche trägt sie Euch diese Wünsche und Hoffnungen vor und konfrontiert Euch mit der
großen historischen Verantwortung für unsere gerechte Sache in Palästina.
Herr Präsident,
Unser Volk ist den Katastrophen des Krieges, der Zerstörung und der jahrelangen Vertreibung
ausgesetzt, unser Volk zahlte mit dem unersetzlichen Blut und Leben seiner Söhne, es duldete
unter der Besatzung, Vertreibung, der zwangsweisen Emigration und dem Terror was kein
anderes Volk erlitten hat. All dies hat aber aus unserem Volk kein haßerfülltes und
rachsüchtiges Volk gemacht. Nein, nein ... all dies läßt uns auch nicht in eine rassistische
Umkehrung, in die unser Feind verfallen ist, verfallen, es läßt uns auch nicht den richtigen
Blick dafür verlieren, zwischen Freunden und Feinden zu unterscheiden.
Wir verurteilen alle Verbrechen, die an den Juden begangen wurden und alle Arten von
versteckter und offener Diskriminierung, die Angehörige des jüdischen Glaubens erlitten
haben.
Herr Präsident,
Ich bin Revolutionär der Freiheit wegen. Und ich weiß, daß viele unter den Anwesenden hier
in diesem Saale sich in ähnlichen Kampfsituationen befanden, in denen ich heute kämpfe.
Ihnen ist es gelungen, durch ihren Kampf ihre Träume Wirklichkeit werden zu lassen, so
teilen sie meine Hoffnung und meinen Traum. Von diesem Platze rufe ich Sie auf, daß wir
den gemeinsamen Traum und die gemeinsame Hoffnung für eine Zukunft des Friedens in dem
heiligen palästinensischen Land zur strahlenden und gesicherten Wirklichkeit werden lassen.
Der jüdische Kämpfer Ahod Adif stand vor dem israelischen Militärgericht und sagte: ,,Ich
bin kein Terrorist. Ich bin einer von denen, die von der Errichtung des demokratischen Staates
in diesem Lande überzeugt sind." Er sitzt mit anderen Kameraden im dunkelsten Kerker der
militaristischen zionistischen Clique.
Gestatten Sie mir, sie von diesem Forum aus in ihren Gefängnissen zu grüßen. Vor denselben
Gerichten steht heute auch der tapfere Erzbischof der orthodoxen Kirche Capucci, er erhebt
seine Hand mit dem Siegeszeichen unserer Revolutionäre und sagt: ,,Ich arbeite für den
Frieden in Palästina, damit alle in dem Friedensland in Frieden leben." Diesen Erzbischof
erwartet das gleiche Schicksal in denselben Kerkern. Gestatten Sie mir, auch ihm in das
Dunkel seines Kerkers die herzlichsten Grüße zu schicken.
Warum soll ich nicht träumen und hoffen, Herr Präsident, die Revolution ist zugleich
Schöpfung und Verwirklichung von Träumen und Hoffnungen. Laßt uns Traum und
Hoffnung miteinander verwirklichen, daß ich mit meinem Volk aus der Verbannung
zurückkehren kann und wir gemeinsam mit diesem jüdischen Kämpfer und seinen
Kameraden, gemeinsam mit diesem christlichen Erzbischof und seinen Brüdern in ein und
demselben demokratischen progressiven Staat, in dem Christ, Jude und Moslem unter
gleichen Rechten, in Gerechtigkeit und Brüderlichkeit miteinander leben können.
Verdient es dieses hochstehende menschliche Ziel nicht, daß ich mit allen Aufrechten der
Welt für seine Verwirklichung kämpfe? Und was dieses Ziel auszeichnet, ist, daß es sich
richtet auf das Land Palästina, das Land der Heiligtümer, der Opferbereitschaft, der
Tapferkeit, der Geschichte und des Friedens. (Starker Applaus)
Herr Präsident,
Vormals kämpften die Juden in Europa und hier in Amerika für die Trennung von Kirche und
Staat und gegen die Diskriminierung aufgrund der Religion, wie können sie heute diese
ehrenhafte Form des menschlichen Zusammenlebens im heiligen Land des Friedens und der
Gleichberechtigung ablehnen? Und wie können sie weiterhin ein Land unterstützen, das in
dieser Welt am stärksten durch Isolierung, Diskriminierung und Fanatismus gekennzeichnet
ist?
Ich erkläre hiermit vor Euch als Vorsitzender der PLO und als Führer der palästinensischen
Revolution, daß, wenn wir von unseren gemeinsamen Hoffnungen für das Palästina von
morgen sprechen, wir in unser Bestreben alle Juden mit einschließen, die heute in Palästina
leben und die mit uns gemeinsam auf dem palästinensischen Boden ohne Diskriminierung
leben wollen. In meiner Eigenschaft als Vorsitzender der PLO und als Führer der Streitkräfte
der palästinensischen Revolution rufe ich jeden einzelnen Juden dazu auf, noch einmal den
Weg des Untergangs zu überprüfen, auf den sie der Zionismus und die israelische Führung
leitete, die ihnen nichts anderes bot als ständiges Verbluten und Kriege, in denen sie als
Kanonenfutter benutzt wurden.
Wir rufen Euch auf, herauszutreten in freier Entscheidung und weiten Abstand zu nehmen
von den Versuchen Eurer Führung, Euch einen Massada-Komplex einzureden und Euch dies
als Euer Schicksal zu oktroyieren. Wir machen Euch ein menschenwürdiges Angebot, daß wir
innerhalb eines friedlichen und gerechten Rahmens in unserem demokratischen Palästina
gemeinsam leben. (Applaus)
Als Vorsitzender der PLO und als Führer der Palästinensischen Revolution erkläre ich hier,
daß wir keinen einzigen Tropfen jüdischen oder arabischen Blutes vergießen wollen und daß
wir uns auch nicht eine Minute lang über die Fortdauer des Krieges freuen werden, wenn ein
gerechter Friede herrscht, der auf den nationalen Rechten, Bestrebungen und Hoffnungen
unseres Volkes aufbaut.
Als Vorsitzender der PLO und als Führer der palästinensischen Revolution appelliere ich an
Euch, Euch auf die Seite des Kampfes unseres Volkes für die Verwirklichung seines
Selbstbestimmungsrechts zu stellen, eines Rechts, das in der Charta Eurer Organisation
festgelegt und das Eure Generalversammlung bei verschiedenen Gelegenheiten bestätigt hat,
und ich appelliere an Euch, daß Ihr auch die Rückkehr unseres Volkes aus seiner
zwangsweisen Verbannung ermöglicht, in die es mit den Bajonetten der Gewehre, durch
Unterdrückung und Ungerechtigkeit gedrängt wurde, daß es zurückkehrt in seine Heimat, und
seine Häuser, um unter dem Schatten der Bäume seiner Felder alle seine nationalen Rechte zu
genießen und frei zu leben, damit es teilnimmt an dem Prozeß der menschlichen Zivilisation
und seinen Beitrag in allen Bereichen der menschlichen Schöpferkraft mit allen ihm zur
Verfügung stehenden Möglichkeiten und Fähigkeiten leistet. Ich appelliere an Euch, daß Ihr
es ermöglicht, daß unser Volk sein geliebtes Jerusalem schützt, so wie es dies
jahrhundertelang getan hat, damit es frei von Terror und Unterdrückung eine Pilgerstätte für
alle Religionen bleibt.
Ich appelliere an Euch, unserem Volk die Errichtung seiner unabhängigen nationalen
Autorität und seiner nationalen Existenz auf seinem eigenen Boden zu ermöglichen.
Herr Präsident,
Heute kam Ich zu Euch, in einer Hand den Ölzweig und in der anderen Hand das Gewehr der
Revolution, laßt den grünen Zweig nicht aus meiner Hand fallen ... laßt den grünen Zweig
nicht aus meiner Hand fallen ... lasst den grünen Zweig nicht aus meiner Hand fallen! (Starker
Applaus)
Herr Präsident,
Von Palästina flammt den Krieg auf und von Palästina aus nimmt der Frieden seinen Anfang.
Danke. (Starker und langanhaltender Applaus)