Einsam und verlassen nach der Festnahme ihrer Eltern



Die Verwandten des dreijährigen Mädchens Aicha Houdli appellierten an die Menschen in aller Welt und an Menschenrechtler, alles zu tun, was in ihrer Macht steht, um die Freilassung der Eltern des kleinen Mädchens aus den israelischen Gefängnissen zu bewirken. Die israelische Armee hatte gestern erneut ihren Vater, Walid Houdli, festgenommen, nachdem er kurz zuvor entlassen worden war. Der israelische Geheimdienst hatte ihn auf seinem Handy angerufen und ihm befohlen, sich unverzüglich im Gefängnis "Oufer" zu stellen. Dieses Gefängnis befindet sich in Beitounia, einem Dorf im Westen Ramallahs. Der Vater wurde sofort verhaftet, ungeachtet des Schicksals seiner Tochter, die jetzt getrennt von ihren Eltern einsam und leidend lebt.

Die kleine Aicha wurde erst vor fast einem Jahr entlassen. Sie saß monatelang hinter Gittern an der Seite ihrer Mutter Itaf Elayyan, die vor zwei Jahren von der israelischen Armee festgenommen und verhaftet worden war. Itaf sitzt immer noch in Administrativhaft, isr. Talmond, d.h. sie wurde ohne formelle Anklage inhaftiert. Zuvor saß sie jahrelang in einem israelischen Gefängnis.

Vater Houdali saß bereits zwölf Jahre in israelischen Gefängnissen und wurde erst vor einigen Jahren entlassen. Er ist Schriftsteller und schrieb mehrere Romane und Novellen, meistens über das Leiden der Palästinenser und die miserablen Bedingungen in den lokalen Haftlagern. Außerdem veröffentlichte er zahlreiche Artikel in lokalen und elektronischen Zeitungen.

Zwölf Jahre in israelischen Gefängnissen
Die israelische Armee nahm den Schriftsteller Walid Houdli fest, nachdem sie ihm befohlen haben, bei ihnen vorzusprechen.

Als die dreijährige Tochter vom Besuch ihrer Mutter im Gefängnis, in dem sie seit zwei Jahren administrativ inhaftiert ist, nach Hause zurückkam, war ihr Vater unterwegs nach Oufer, um sich der israelischen Armee zu stellen, wie ihm telefonisch befohlen worden war.

Aicha kam nach Hause in Ramallah. Ihre Eltern waren nicht da. Niemand hat auf sie gewartet, um sie in die Arme zu nehmen. Sie stand allein da. Sie fand niemanden, der sie nach dem Befinden ihrer Mutter fragte, ihrer Mutter, die seit mehr als zwölf Jahren in den israelischen Gefängnissen leidet, die gleiche Haftperiode, die ihr Vater in der Haft verbrachte, bevor er entlassen wurde.

Walid Houdali sitzt jetzt im Militärgefängnis Oufer. Er wird möglicherweise länger dort oder im anderen Gefängnis festgehalten. Das Gefängnis konnte bisher seinen Willen nicht brechen, seine Persönlichkeit nicht vernichten, sondern nur an Stärke gewinnen lassen. Er konnte die Dunkelheit mit seinen Worten besiegen. Sein Wille war beispiellos. Er schrieb und veröffentlichte im "Grab der Lebenden" Romane und Novellen. Er ging beharrlich seinen pädagogischen und literarischen Weg. Er schrieb für Zeitungen, vor allem für die Tageszeitung "Felastin". Er hat täglich für diese Zeitung seit ihrer Gründung geschrieben, insbesondere schrieb er über grundlegende soziale Fragen.

Walid Houdali widmete sich der kulturellen Arbeit und der Mobilmachung innerhalb des Gefängnisses. Er verbrachte die meiste Zeit mit dem literarischen Schreiben. Er schrieb dort drei Romane und eine Sammlung von sieben Kurzgeschichten. Er beteiligte sich an mehreren Studien und Recherchen. Außerdem schrieb er journalistische Aufsätze über das Schreiben von Kurzgeschichten und politischen Essays.

Walid Houdali wurde 1960 in al-Abasiyya, einem Vorort von Jaffa, geboren. Er ist im Jazloun Flüchtlingslager bei Ramallah aufgewachsen. In den Schulen des Flüchtlingslagers absolvierte er die Grund- und Mittelstufe. Die erwarb er in Ramallah. Er studierte dort auf das Lehramt und arbeitete vier Jahre als Lehrer.

Zu Beginn der Intifada im Jahr 1990 wurde er wegen seiner aktiven Teilnahme an intifada-bezogenen Aktivitäten verhaftet und zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Jahren verurteilt. Er wurde im Jahr 2002 entlassen. Seine Frau Itaf Elayyan wird seit mehr als zehn Jahren immer noch in israelischen Haftlagern gefangen gehalten.

FP, 26.10.2007
Für Freunde Palästinas: (ar-dt. M. Chreidah)


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