Bericht:
Besatzer übermitteln Räumungsbefehle in einem Flüchtlingslager

Von Maisa Abu Ghazaleh

Mitten im jüdischen Pessach-Fest stürmten israelische Besatzungssoldaten mitten in der Nacht das palästinensische Flüchtlingslager Shu'at in Jerusalem.
Sie trommelten viele Familien aus ihren Häusern und mit angelegten Gewehren erklärten sie den Menschen, dass sie wieder Flüchtlinge sein werden.

Ebenso im Morgengrauen, erfuhren die Bewohner in Ras Al Shahadah im Süden des Flüchtlingslagers, dass sie 2 Wochen Zeit haben, um ihre Häuser zu verlassen. Man erklärte ihnen, dass sie als Flüchtlinge illegal auf diesem von Israel besetzten Land leben.

Der israelische Anwalt und Übersetzer für Arabisch, Eitan Gabay, dass die Eigentümer der Grundbucheintragung 116 30571 ihre Häuser im Flüchtlingslager illegal gebaut hätten. Deswegen hätten sie innerhalb von 14 Tagen zu verschwinden. Diese Mitteilung wurde ihnen am 29.März gemacht, genau in einer Zeit, wo wegen des jüdischen Pessach-Festes alle Behörden geschlossen sind.

Israelische Soldaten drangen gegen 3 Uhr in der Nacht in die Lager ein, während die Bewohner schliefen. Die Besatzer filmten die betroffenen Häuser und deren erschrockenen Einwohner. Sie erzeugten Furcht und Panik unter den Bewohnern, wie immer besonders unter den Kindern. Die Verwaltung des Flüchtlingslagers teilte am Morgen mit, dass 300 Palästinenser aus ihren Wohnungen geworfen wurden.

Ein Einwohnerin erzählte gegenüber PNN: "Ich war total erschrocken, mein Mann war gerade zur Arbeit gegangen, als die Besatzungstruppen unser Haus einschlossen und uns gewaltsam weckten und mich und meine Kinder zum Aufstehen aufforderten. Wir fürchteten uns sehr. Ein Teil der Soldaten trugen schwarze Uniformen, es waren Sondereinheiten. Geheimdienstoffiziere drangen in das Haus mit ihren Kameras ein und schrieen ununterbrochen, dass sie unsere Haus zerstören würden."

Die Familie, das älteste Kind ist gerade 5 Jahre alt, bezahlte 18.000 Jordanische Dinar für dieses Haus. Sie leben im 3. Stock des Hauses in ihrer 3-Zimmer Wohnung.

Sie sagte: "Wir arbeiteten Tag und Nacht, um dieses Haus zu bezahlen. Wir bezahlten lange ab und das ist eine Unrecht, was jetzt geschieht."

Der 63 Jahre alte Mahmoud Srnedeh bezahlte 4.000 Jordanische Dinar in den vergangenen 4 Jahren, nachdem er sein Heim für 20.000 JD gekauft hatte. Er ist verheiratet und hat 5 Kinder. Sein Jüngstes ist 16 Jahre alt.

"Ich war erschrocken wegen der Gefahr, die mein Heim bedroht. Wir gingen schon zum Anwalt, Majid Ghnaim, der überprüft die Eigentumsrechte von unseren Häusern."

Ein weiter Einwohner (50) aus dem 3. Stock kaufte seine Wohnung für 26.000 JD.

"Als ich den Lärm hörte, das Schlagen an die Türen und die Soldaten sah, die uns nach unseren Ausweisen fragten, das war schon schlimm. Sie filmten das Haus, aber kamen nicht herein. " Seine Kinder sind zwischen 5 und 16 Jahre alt.

Eine weitere Frau aus dem Haus, mit 7 Kindern, fand den Ausweisungsbefehl an ihrer Tür. "Wir sparten Jahre um dieses Haus zu bezahlen. Keiner will gehen. Wir sind Flüchtlinge, wohin können wir gehen?"

Der Rechtsanwalt erklärte, dass Israel alle Regeln des Menschenrechts verletzt, ebenso internationales Recht und alle UN-Resolutionen ignoriert. Aber das ändert nichts an den Tatsachen.

PNN, 03.04.2007
Für Freunde Palästinas
(en-dt: Walter Bornholdt)




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