Regensturm und Gewitter zur Feier der orthodoxen Weihnachten
Von Nagib Farag - Bethlehem
Starke Regenfälle vermischten sich mit Tränen der Freude, am Samstag und Sonntag auf dem Manger Square, ungeachtet der abartigen inneren Situation, die andauernde Blockade und die israelische Okkupation. Glänzende Kinderaugen verfolgten die Weihnachtsparade und ein großer Menschenauflauf entstand, um die Autos des Römischen Patriarchen zu empfangen.
Auf der Fahrt zum orthodoxen Weihnachtsfest hielten die Wagen des Patriarchen auf ihrem Weg von Jerusalem zur Geburtskirche, zuerst am Mar Elias Kloster in Beit Jala an. Die Bürgermeister von Beit Jala, Beit Sahour und Bethlehem kamen um den Patriarchen willkommen zu heißen. Desgleichen wie andere Vertreter von
Organisationen aus Bethlehen und Würdenträger der orthodoxen Kirche.
Einige israelische Offizielle der zivilen Besatzungsverwaltung für die besetzte West-Bank und dem Bethlehem Distrikt erschienen ebenfalls und begrüßten den Patriarchen beim Passieren der Sperranlagen.
Die Prozession bewegte sich durch die Straßen die voll von Gratulanten waren, begrenzt von den militärischen Einrichtungen und der Mauer zum Schrein von Rachel in Nord Bethlehem. Israelische Soldaten öffneten ein Tor in der Absperrung, die Bethlehem noch einmal in sich selber trennt. Der Patriarch wurde von den palästinensischen Polizei und anderen Sicherheitskräften begrüßt, welche dann seine Wagenkolonne in einer Parade durch Bethlehem und das Gedränge auf dem Manger Square eskortierten.
Bethlehems Bürgermeister, ,Dr. Victor Batarsa, und der Bethlehemer Distrikt Gouverneur, Salah Tamari, viele Mitglieder von palästinensischen Behörden und dem Parlament und Vertreter der Sicherheitsdienste, standen zusammen als Pfadfindergruppen aller Altersgruppen ihre traditionellen Hymnen sangen. Dann marschierte eine Schlagkapelle vorüber. Das Gedränge war unbeschreiblich und zusammen mit dem strömenden Regen kam unter den Tausenden ein großes Gefühl der Gemeinschaft auf.
In der Kirche verrichtete der Patriarch ein spezielles Gebet zur Eröffnung der Mitternachtsmesse, wo auch Präsident Abbas teilnahm. Bürgermeister Batarsa sagte in seiner kurzen Rede: "Das Gefühl draußen in Palästina ist Traurigkeit, weil die israelische Besatzung immer stärker die Menschen beeinflusst". Der Tourismus Minister sagte: "Im Volk findet man tiefe Zuversicht, dass eines Tages die Gerechtigkeit für die palästinensische Sache die Oberhand gewinnen wir!"
Der Patriarch verurteilte die israelische Mauer und äußerte seine Hoffnung, dass das Neue Jahr endlich Frieden, Sicherheit und Stabilität im Heiligen Land bringen wird.
PNN, 07.01.2007
Für Freunde Palästinas
(en-dt: Walter Bornholdt)