Das geht alles auf das gleiche Konto

Von Maisa Abu Ghazaleh - Jerusalem

Die Familie bereitete die Verlobungsfeier für Mahmoud vor. Es war höchste Anspannung in dem Haushalt der Familie in Ost-Jerusalem. Seine Mutter und Vater waren da, ebenso seine Brüder. Der 29 jährige Jamal übernahm den Kauf der Festkleidung, der Dekorationen und der Geschenke. Einfach alles Nötige für seines jüngeren Bruders Mahmoud's Verlobungsfeier.

Die Verlobung sollte wurde für den Freitag festgelegt. Der israelische Überfall auf Ramallah am Donnerstag war nur wenige Stunden her, aber er zerstörte die Hoffnung einer ganzen Familie. An diesem Nachmittag ermordeten die Israelis 6 Palästinenser.

Der israelische Premierminister Ehud Olmert traf sich gerade mit dem ägyptischen Präsidenten Mubarak in Sharm al Sheikh. Dieser verurteilte diesen Überfall. Israelische Militärkreise sagten heute, dass diese "Invasion" Ramallahs ein Fehler war.

Jamals jüngerer Bruder Mahmoud erzählte warum sie in Ramallah waren: "Am Donnerstag entschlossen sich mein Bruder und ich nasch Ramallah zu fahren, um Sachen für die Verlobungsfeier einzukaufen. Wir fuhren zusammen. Wir waren schon ganz in Gedanken bei der morgigen geplanten Feier und einfach nur glücklich. Ich wollte mich verloben und ich war mit meinem großen Bruder zusammen".

Er fuhr fort mit der Geschichte, kämpfte ständig gegen die Erschütterung und das Gefühl an, seinen Bruder nur noch in der Erinnerung behalten zu können. "Wir hörten das Schießen, Steine flogen in alle Richtungen, wir waren gerade in einem Kleiderladen."

Weiter sagte er: "Jamal sagte dass er das Auto in Sicherheit bringen wollte, damit es nicht beschädigt werden würde. Er verließ den Laden, wir riefen noch hinterher, dass er drinnen bleiben solle. Aber er ging doch und die Zeit wurde immer länger, ich rief ihn auf seinem Handy an. Das funktionierte, aber immer und immer wieder versuchte ich es und nichts geschah, niemand antwortete".

Weiter berichtete er: "Nach einem weiteren Versuch stellte ich fest, dass das Handy in einem Hospital lag. Jamal war in einem Krankenhaus. Ich rannte mit einem Freund zu seinem Auto, wir fuhren schnell ins Krankenhaus und fragten nach einer verwundeten Person, nach Jamal. Aber man sprach zu uns vom "Märtyrer" Jamal! Das war ein Schock, starr standen wir auf dem Platz. Die Israelis hatten ihn einfach erschossen, ich wusste nicht was ich machen kann".

Jamal's Vater sagte: "Mein Gefühl sagte mir das das Schlimmste geschehen war. Aber mit Mahmoud war doch alles in Ordnung und ich betete zu Gott, dass er meine Söhne heil aus Ramallah zu ihren Eltern zurückbringen möge!" Aber da sagte seine Mutter, dass Mahmoud sie aus dem Krankenhaus angerufen hätte und die Tränenerstickte Stimme Mahmouds sagte mir das Jamal tot ist."

Sie fuhr fort: "In diesem Moment, der Moment in dem ich meinen Sohn, mein Kind, verlor, fühlte ich die Erfahrung von Härte in meiner Trauer. Meinen Kopf aufrecht zu halten, denn mein Sohn war ein guter Mensch und ich bin stolz seine Mutter zu sein. Wir sind stolz seine Familie zu sein und er wird uns immer nahe bleiben." Zu den letzten Stunden, die Jamal zu Hause verbrachte, sagte seine Mutter: "Er bat mich einen Topf Milchreis zu kochen, bevor die beiden wegfuhren. Das war Jamals Lieblingsessen und er aß mit einem Lächeln und Freude auf seinem Gesicht. Dann fuhr er mit seinem Bruder weg nach Ramallah, um weitere Dinge für Mahmouds Verlobungsfeier einzukaufen."

Unter Tränen sprach sie weiter: "Aber nun weiß ich das sein Blick im Moment des Abschieds, als ich in seine Augen sah, nicht nur ein einfacher Abschied war, sondern ein Abschied für immer."

Jamals's Vater nutzte den Moment der tiefen Trauer und verurteilte die arabischen Herrscher, die nicht die Realität im Land erkennen wollen. Er hoffe auf eine Friedenslösung. "Israel hat bisher gar nichts dafür getan." Jamals Familie ist zerstört, Mahmouds Verlobung ist verschoben.

Die Israelischen Soldaten brachten in 2006 über 700 Palästinenser um. Der palästinensische Widerstand nur 23 Israelis



PNN, 08.01.2007
Für Freunde Palästinas
(en-dt: Walter Bornholdt)




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