Ein Dorf bei Bethlehem protestiert gegen die Mauer
Von Alice Grey
Ungefähr 50 Demonstranten kamen am Freitag in Wadi Niis zusammen, um ihren wöchentlichen, gewaltfreien Protest gegen den Bau der zionistischen Sperrmauer durchzuführen. Das geschieht nun schon regelmäßig in den letzten Monaten. Die Mauer, die vorgeblich zum Schutz der nahe liegenden israelischen Siedlung Efrat gebaut wird, wird mehr als 70% des Landes von Um Salamoneh verbrauchen.
Diese wöchentliche Aktion ist Teil der Kampagne "Stoppt das Sterben Bethlehems", einer gewaltfreien Kundgebung seit April gegen den Bau der Sperrmauer im Raum Bethlehems. Seit Beginn dieser Demonstrationen gab es ungezählte, immer gewaltfreie, Aktionen von Seiten der Palästinenser.
In dieser Woche hatte der Protest 2 Themen, ein Sprecher forderte die umgehende Freilassung des BBC Journalisten Alan Johnston, der von einer islamistischen Gruppe (Armee des Islam) im Gaza-Streifen seit März diesen Jahres festgehalten wird. Der Sprecher schloß aus, dass diese Gruppe Palästina in der Welt vertritt. Der Sprecher erläuterte weiter, dass der friedliebende Geist des Islam dieser Mentalität entgegensteht. Alle Gruppen sollten ihre Kraft auf den Kampf gegen die israelische Besatzung konzentrieren und Mr. Johnston hat mit diesem Kampf nicht das Geringste zu schaffen. Er war immer ein fairer Berichterstatter und Freund des palästinensischen Volkes und muß ohne Verzögerung freigelassen werden.
Wie üblich wurden Gebete auf dem von Israel gestohlenen Land abgehalten. In dieser Woche fand das Treffen auf einem Feld statt, dessen Weinreben in Kürze hinter der Mauer verschwunden sein werden. 30 israelische Soldaten sahen der Demonstration der Anwohner zu. Nach den Gebeten gingen die Menschen auf dem vorbereiteten Verlauf der Mauer entlang, aber nach wenigen Metern wurde das von den Soldaten verhindert. Ungeachtet dieser israelischen Provokation, die auch Teilnehmer anrempelten und schlugen, wurde der gewaltlose Charakter der Demo die ganze Zeit beibehalten. Als Soldaten versuchten die Demonstranten zurückzudrängen, begann der Sitzstreik auf der Straße. Rufe wie: "Wo ist Friede, wo ist Gerechtigkeit?" ertönten. Nach einiger Zeit endete die Sitzblockade und alle gingen friedlich auseinander.
imemc, 11.05.2007
Walter Bornholdt