Stoppt das Massaker in Palästina
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Offener Brief an die Botschaft des Staates Israel in der Bundesrepublik Deutschland Gewalt herrscht auf den Straßen Palästinas. Die israelische Regierung läßt zu, daß das israelische Militär auf Palästinenser schießt – ohne Rücksicht auf Alter, Geschlecht, Religion oder politische Aktivitäten zu nehmen. Es gibt immer mehr Verletzte und immer mehr Tote, und das Ansehen Israels versinkt im Blut der Opfer. Unter den Toten das Kind, dessen Bild um die Welt ging, und ein Sanitäter, der einem Verletzten zu Hilfe eilen wollte. Raketen trafen zivile Gebäude und Einrichtungen der palästinensischen Autonomiebehörde. Selbst von Freunden des Staates Israel wird verurteilt, daß dieser Staat die beispiellose Provokation des Führers der rechtsgerichteten Likud-Partei nicht verhindert hat, deren Folgen in der brisanten politischen Situation absehbar und seitens der Parteiführung wohl auch beabsichtigt waren. Weshalb sonst unternahm es Ariel Scharon, jener Exponent der unnachgiebigen und rücksichtslosen politischen Haltung, die den Friedensprozeß in Palästina immer wieder zurückwirft, ausgerechnet in der angespannten gegenwärtigen Lage eine der heiligsten Stätten des Islam zu betreten, um an diesem Ort, dem Tempelberg in Jerusalem (Haram al-Scharif, "heiliger Bezirk") mit dem Felsendom und der al-Aqsa-Moschee, unter den Augen von 4000 israelischen Polizisten allen Palästinensern und der Weltöffentlichkeit vorzuführen, wie seinesgleichen mit der politischen Problematik umzugehen gedenkt: Scharon maßte sich an, die "immerwährende und ausschließliche Souveränität" Israels über die dort gelegenen heiligen Stätten der Muslime zu verkünden. Dies ist weltweit als Symbol für die Unfähigkeit der israelischen Politik im Umgang mit den legitimen Ansprüchen der Palästinenser verstanden und verurteilt worden. Wir appellieren an das israelische Volk, weitere militärische und politische Aggressionen zu unterbinden und sich von den Politikern loszusagen, die dem Frieden in Palästina im Wege stehen. Wir appellieren an das israelische Volk, sich zu seiner Friedensbereitschaft zu bekennen, indem endlich wirksame Schritte unternommen werden, mit denen die in den geschlossenen Verträgen verbrieften Rechte des palästinensischen Volks auf ein friedliches Leben in einem eigenen Staat in die Tat umgesetzt werden. Vereinigung der Freunde Palaestinas in Sachsen-Anhalt e.V. |