NAKBA-Tag: Besatzungssoldaten ermorden mindestens 55 Palästinenser, darunter sieben Kinder

Am 70. NAKBA-Tag habe die israelischen Besatzungssoldaten im Gazastreifen sind nach den jüngsten Angaben der palästinensischen Behörden mindestens 55 Palästinenser, darunter sieben Kinder, ermordet.

„Mehr als 2700 weitere Menschen, darunter 79 Frauen, wurden verletzt“, teilte Ashraf al-Kedra, Sprecher des Gesundheitsministeriums in Gaza mit. Seit den Protesten Ende März seien insgesamt 104 Palästinenser ermordet und 12.000 weitere verletzt worden.

Die Palästinenser protestieren gegen die international umstrittene Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem, denn sie betrachten das von Israel besetzte Ost-Jerusalem als Hauptstadt ihres Staates.

Die Gewalt eskalierte, weil die US-Botschaft in Jerusalem am Montag feierlich eröffnet worden ist.

6. Marsch der Rückkehr: Besatzungssoldaten verletzten mehr als 1143 Palästinenser

Bei erneuten Konfrontationen mit den Soldaten der israelischen Besatzung sind im Gazastreifen zahlreiche Palästinenser verletzt worden. Insgesamt wurden nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums 1143 Demonstranten verletzt, 83 davon seien von scharfer Munition getroffen worden.

Es war bereits der sechste Marsch der Rückkehr der Palästinenser in Folge. Seit dem 30. März ermordete die israelische Besatzungsarmee bei den regelmäßigen Protesten bereits 49 Palästinenser und verletzte mehrere tausende weitere. Palästinensischen Angaben zufolge schießen israelische Scharfschützen auf Palästinenser, die keine Bedrohung darstellen.

5. Marsch der Rückkehr: Besatzungssoldaten ermorden drei Palästinenser

Es ist der fünfte Freitag in Folge. 45 Palästinenser wurden in vier Wochen von den isralischen Scharfschützen ermordet. Mehr als 5500 seien verletzt worden. Vier Kinder seien von den israelischen Besatzungssoldaten ermordet worden, drei davon seien von Kugeln in Kopf oder Hals getroffen worden.

Nach Angaben der israelischen Besatzungsarmee nahmen an diesem Freitag rund 10000 Palästinenser an Marsch der Rückkehr teil. Die Besatzungssoldaten haben heute drei Palästinenser ermordet. Mehr als 150 Menschen seien durch Schüsse verletzt worden, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Gaza mit. 

Auslöser des “Marschs der Rückkehr” ist der 70. Jahrestag der Nakba ("Tag der Katastrophe"), weil im ersten Nahostkrieg 1948 etwa 750.000 Palästinenser aus ihren Orten mit Gewalt und Massakern vertrieben wurden.

Das UN-Menschenrechtsbüro in Genf wirft Israel übermäßige Gewalt gegen protestierende Palästinenser an der Grenze zum Gazastreifen vor. In den vergangenen vier Wochen seien 42 Palästinenser ums Leben gekommen, berichtete das Büro in Genf. Mehr als 5.500 seien verletzt worden.

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, warnte Israel, sein Einsatz könnte das humanitäre Völkerrecht verletzten. Nach internationalem Recht sei im Ausnahmefall der Einsatz von tödlicher Gewalt legal, sagte Al-Hussein. Allerdings sei schwer vorstellbar, dass Steinwürfe aus großer Entfernung auf geschützte Sicherheitskräfte eine derartige Bedrohung darstelle. Das könnte einen Verstoß gegen die Genfer Konventionen darstellen.

Palästinensischer Wissenschaftler in Kuala Lumpur ermordet

Nach der Ermordung eines palästinensischen Wissenschaftlers nehmen die Spannungen in Palästina zu. Fadi al-Batsch wurde am Samstag in Kuala Lumpur auf dem Weg zu einer Moschee von zwei Männern auf einem Motorrad erschossen, wie die örtliche Polizei mitteilte.

Israels Geheimdienstminister Israel Katz sagte dazu am Sonntag: "Ich schlage Ismail Hanjia, der schon mit Anschlägen auf Israelis im Ausland gedroht hat, vor, weniger zu reden und sich mehr in Acht zu nehmen." Israel würde in einem solchen Fall die Politik der gezielten Tötungen militanter Palästinenser im Gazastreifen wieder aufnehmen, drohte Katz. Ranghohe Hamas-Mitglieder in Gaza, darunter auch Hanija, müssten dann damit rechnen, zu Schaden zu kommen.

Nach Angaben von Ahmad Zahid Hamidi, stellvertretender Premierminister von Malaysia, war der Palästinenser ein Dozent für Elektrotechnik. Man gehe davon aus, dass Al-Batsch eine "Bürde für ein Land darstellte, das Palästina feindlich gegenübersteht", sagte Hamidi nach Angaben nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Bernama. Die Angreifer seien Agenten mit europäischem Aussehen gewesen. Er kündigte polizeiliche Ermittlungen an.

Der israelische Geheimdienstminister Katz wollte sich nicht konkret zu dem Vorfall in Malaysia äußern, sagte jedoch: "Aus israelischer Sicht ist es immer positiv, wenn die Fähigkeiten der Hamas beschnitten werden und der Staat Israel wird überall und mit allen notwendigen Mitteln gegen jene vorgehen, die ihm schaden wollen."

Israelische Medien berichteten am Sonntag, die Familie von Al-Batsch wolle seine Leiche zur Beerdigung in den Gazastreifen überführen. Erziehungsminister Naftali Bennett sagte, Israel werde dies nicht zulassen. Die Familie von Al-Batsch bemüht sich den Angaben zufolge jedoch um eine Überführung über Ägypten in den Gazastreifen.

Hamas-Chef Ismail Hanija sagte am Samstag in einem Trauerzelt für das Hamas-Mitglied Fadi al-Batsch, Israel habe eine "offene Rechnung" mit dem palästinensischen Volk. Er warf dem israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad vor, für die Tat in Malaysia verantwortlich zu sein und sagte, Israel habe den Konflikt "ins Ausland verlegt".

EU fordert Ende der Schüsse auf Palästinenser

Die EU hat das israelische Besatzungsmilitär aufgefordert, die tödliche Gewalt gegen unbewaffnete Demonstranten zu beenden. Außerdem hat sich der diplomatische Dienst der EU dafür ausgesprochen, die Schüsse des israelischen Militärs bei Protesten entlang der Grenze des Gazastreifens unabhängig untersuchen zu lassen.

Alleine Freitag sind bei den Protesten vier Palästinenser ermordet und rund 450 verletzt worden. Israel hat die Forderung zurückgewiesen. Die Palästinenser protestieren seit Tagen gegen die israelischen Feiern zum 70-jährigen Bestehen ihres Staates.