Israel riegelt nach Anschlag Ramallah ab

Nach dem die israelische Besatzung heute vier Palästinenser im besetzten Westjordanland ermordet hat, wächst die Furcht vor einer neuen Welle der Gewalt im Heiligen Land.

Die israelische Besatzungsarmee riegelte die Stadt Ramallah ab, das Verwaltungszentrum der Palästinenser im Westjordanland.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte nun an, tausende – ohne Genehmigung errichtete – Siedlerwohnungen in dem Palästinensergebiet rückwirkend "legalisieren" zu wollen. Zuvor hatten israelische Besatzungssoldaten zwei Palästinenser aus dem Westjordanland ermordet.

Das Büro des palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas verurteilte die Gewalt, machte aber die fehlenden Perspektiven für Frieden und das Vorgehen der israelischen Armee in den Palästinenserstädten dafür verantwortlich.

Israel hält Ost-Jerusalem und das Westjordanland seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 besetzt. In dem Gebiet, das die Palästinenser für einen eigenen Staat Palästina mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt beanspruchen, leben inzwischen rund 400.000 Israelis in unterschiedlich großen Siedlungen. In den vergangenen Monaten haben die Spannungen zwischen Palästinensern und Israelis in dem besetzten Gebiet zugenommen.

Israelische Besatzung entführt mindestens 56 Palästinenser

Die Streitkräfte der israelischen Besatzung verhafteten am Donnerstag mindestens 56 Palästinenser im besetzten Westjordanland.

Nach Angaben der Palestinian Prisoner's Society (PPS) haben Truppen der israelischen Besatzung 2 Palästinenser in Hebron, 23 in Jerusalem, 15 in Ramallah, 4 in Nablus und 5 in Tulkarem festgenommen. Drei Palästinenser wurden von verdeckten israelischen Besatzungssoldaten im Gebiet Wadi al-Haramiya nördlich des besetzten West Bank entführt.

Besatzungsarmee greift erneut Ramallah an

Die israelische Besatzungsarmee hat heute abends erneut die Büros der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa in Ramallah gestürmt.

Gegen die Menschen, die sich daraufhin zu Protesten in der Nähe des Wafa-Gebäudes versammelt hatten, gingen die israelischen Truppen teils mit scharfer Munition vor.

Besatzungssoldaten nehmen 20 Palästinenser in Untersuchungshaft fest

Israelische Besatzungssoldaten haben im besetzten Westjordanland 20 Palästinenser in Untersuchungshaft festgenommen. Die israelische Besatzungsarmee teilte in ihrer Erklärung mit, dass sie bei nächtlichen Operationen in verschieden Gebieten des besetzten Westjordanlands 20 Palästinenser wegen angeblicher "Beteiligung an terroristischen Aktivitäten" in Untersuchungshaft genommen habe.

Die festgenommenen Palästinenser seien zum Verhör ins Haftzentrum gebracht worden, heißt es in der Erklärung weiter. Die Streitkräfte der israelischen Besatzung, die immer wieder  Verhaftungen im besetzten Westjordanland und in Ostjerusalem durchführen, neben Palästinenser wegen verschiedenster Behauptungen fest.

Nach offiziellen palästinensischen Angaben sitzen etwa 6.500 Palästinenser in israelischen Gefängnissen ein,  450 von ihnen in Verwaltungshaft.

Israel kann mit der  sogenannten "Verwaltungshaft", die Palästinenser auf der Grundlage der Aufklärung zwischen 1 und 6 Monate inhaftieren.

Airbnb will Appartments im besetzten Westjordanland entfernen

Der Onlinemarktplatz für Vermietung Airbnb erklärt, dass er Anzeigen für Häuser in israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland entfernen werde.

Eine Erklärung auf der Website von Airbnb lautete: „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir die Anzeigen in israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland, die den Kern des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern bilden, streichen sollten.“

Das Unternehmen erklärte, dass seine Politik für umstrittene Gebiete wie das Westjordanland, Tibet und die Westsahara darin bestehe, "zu bewerten, ob die Existenz von Anzeigen zu bestehendem menschlichem Leid beiträgt", und "festzustellen, ob die Existenz von Anzeigen im besetzten Gebiet einen direkten Zusammenhang mit dem größeren Konflikt in der Region hat". Etwa 200 Angebote sind betroffen, obwohl sie noch nicht heruntergenommen wurden.

Human Rights Watch begrüßte den Schritt von Airbnb, der einen Tag vor der Veröffentlichung eines Berichts der US-Menschenrechtsorganisation über die Auswirkungen der Vermietung von Touristen in Siedlungen auf die Menschenrechte erfolgte. Walid Aschraf, der eine Anti-Siedlungsgruppe für die Palästinensische Befreiungsorganisation leitet, hoffte, dass andere Unternehmen dem Beispiel von Airbnb folgen, und stellte fest, dass "dies zur Erreichung des Friedens beitragen wird".