Palästinenser: Gespräche könnten um drei Monate verlängert werden

Der palästinensische Präsident Abbas ist einem Zeitungsbericht zufolge unter Bedingungen zu einer Verlängerung der Ende April auslaufenden Friedensverhandlungen mit Israel bereit. Israel müsse aber zusichern, dass das Ziel solcher Gespräche ein Palästinenserstaat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt ist. Dies berichtete die in London erscheinende Zeitung "Al-Sharq Al-Awsat".

Unbestätigten Berichten zufolge wollten sich die Unterhändler beider Seiten, Tzipi Livni für Israel und Saeb Erekat für die Palästina, am Donnerstag erneut treffen. Abbas sagte ägyptischen Journalisten, er könne sich eine Verlängerung der Gespräche mit Israel um zunächst drei Monate vorstellen. Während dieser Frist sollten sich die Parteien allein auf die Festlegung der Grenzen eines künftigen Palästinenserstaates konzentrieren. "Wenn wir am 1. Mai anfangen, können wir uns drei Monate Zeit lassen und nur auf ein Thema konzentrieren und die anderen (Streitpunkte) später behandeln", sagte Abbas. "Entscheidend ist für uns, dass wir eine Karte bekommen mit den Grenzen Palästinas und der Siedlungsbau komplett eingestellt wird", fügte der Palästinenserpräsident hinzu.

Voraussetzung sei jedoch, dass Israel die eigentlich schon Ende März fällige Freilassung der letzten Gruppe von insgesamt 104 palästinensischen Langzeithäftlingen nachhole, betonte Abbas. Wegen dieser Verzögerung wären die Ende Juli vergangenen Jahres unter Vermittlung von US-Außenminister John Kerry aufgenommenen Friedensgespräche fast gescheitert.