Israelische Polizisten erschossen Palästinenser

Nach wochenlangen Ausschreitungen in Jerusalem sind die Unruhen auf Nordisrael übergesprungen. Laut Medien riefen Bewohner der Stadt Kafr Kana am Samstag einen Generalstreik aus, nachdem in der Nacht ein 22-jähriger Palästinenser von der Polizei erschossen worden war.

Nach Angaben der israelischen Polizei versuchten die Beamten in Kafr Kana, einen Palästinenser festzunehmen, der eine Blendgranate geworfen haben soll. Dabei sei ein anderer Palästinenser mit einem Messer auf die Polizisten losgegangen. Die Beamten hätten die Beamten zuerst in die Luft und dann auf den Angreifer gefeuert.

Ein mutmaßliches Video der Tat zeigt, wie ein Mann mehrmals mit einem länglichen Gegenstand in der Hand auf ein Seitenfenster eines Polizeifahrzeugs einschlägt. Die Beamten steigen aus und der Angreifer weicht einige Schritte zurück, dann geht er zu Boden. Anschließend brachen in dem Ort mit knapp 20.000 Einwohnern Proteste aus. Die Nachrichtenseite “ynet” berichtete, dass Palästinenser die Polizei mit Steinen beworfen und Autoreifen in Brand gesetzt hätten.

Seit Wochen kommt es in Jerusalem und auch dem Westjordanland zu Zusammenstößen zwischen israelischen Besatzungskräften und Palästinensern.

Rund 20 Prozent der Israelis sind Araber. Sie sind die Nachfahren von Palästinensern, die nach der Staatsgründung Israels 1948 im Land blieben.