Die Proteste nach der Ermordung von Araber gehen weiter

Tausende protestierende arabische Bürger stießen über das gesamte Wochenende vor allem im nordisraelischen Galiläa mit der Polizei zusammen. Die wütenden Protestler bewarfen die israelische Polizei mit Steinen, blockierten mit brennenden Autoreifen auch Durchgangsstraßen. Für Sonntag rief die Führung der arabischen Minderheit (über 20 Prozent der Bevölkerung) zu einem Generalstreik auf, den die meisten Geschäfte und die Schulen einhielten, während die Unruhen anhielten.

Im Zuge der Unruhen in Kafr Kanna wurden 24 Demonstranten in Untersuchungshaft genommen, darunter zehn Minderjährige.

Auslöser der Gewaltexplosion war Freitagabend die Ermordung des 22-jährigen Kheir a-Din Hamdan in Kfar Kana von den israelischen Polizei kaltblütig ermordet wurde. Während die Polizisten behaupteten, sie hätten sich in Lebensgefahr befunden und Warnschüsse abgegeben, zeigte ein Video, dass der Araber auf der Flucht ohne Vorwarnung aus nächster Distanz in den Rücken geschossen und danach längere Zeit verblutend liegengelassen wurde. Die Polizei, die dem Schwerverletzten nicht sofort medizinische Hilfe zukommen ließ, versuchte sich mit Lügen aus der Affäre zu ziehen.

Die Führung der arabischen Bevölkerung mit den arabischen Knessetabgeordneten an der Spitze beschuldigten die Polizei nicht nur des Mordes, sondern einer hemmungslosen Politik der systematischen unverhältmäßigen Gewaltanwendung gegenüber der Minderheit. Doch die Polizisten erhielten bedingungslose Rückendeckung durch den zuständigen Minister für innere Sicherheit, Yitzchak Aharonovitch, und Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sowie Minister des nationalistischen Flügels.