"Tod den Arabern": Brandanschlag auf Schule in Jerusalem

Ein rassistisch motivierter Brandanschlag auf eine bilinguale Musterschule in Jerusalem hat im Land große Bestürzung ausgelöst.

Die Bildungseinrichtung im Süden Jerusalems, in der mehr als 624 Schüler auf Hebräisch und Arabisch unterrichtet werden, gilt als Symbol für das Streben nach einem friedlichen Zusammenleben von Juden und Arabern. Die Polizei erklärte, dass es sich offenbar um "einen Brandanschlag mit nationalistischen Motiven" gehandelt habe. Darauf deuteten die nahe dem Tatort aufgesprühten Parolen wie "Tod den Arabern" oder "Keine Koexistenz mit dem Krebs" hin.

Die palästinensische Schulleiterin Nadja Knani erklärte: "Im Umfeld der Schule kam es zuletzt häufiger zu Zwischenfällen, aber noch nie im Inneren des Gebäudes." Die Täter waren durch ein Fenster in die Schule eingedrungen und hatten in einem Raum Bücher und Hefte aufgehäuft und in Brand gesteckt. Das Klassenzimmer brannte komplett aus. Ein Feuer, das in einem zweiten Raum entfacht wurde, erlosch dagegen.

Am Samstag demonstrierten rund 800 Menschen vor der Residenz Netanjahus gegen ein geplantes Gesetz, das Israel als Nationalstaat ausschließlich des jüdischen Volkes definieren soll. Die Bewegung "Frieden jetzt" hatte zu der Kundgebung aufgerufen, weil das Gesetz für "Nationalismus und Rassismus" stehe und das Land zu ruinieren drohe. Auch oppositionelle Parlamentsabgeordnete nahmen teil.