Christen aus aller Welt feiern Ostern in Jerusalem

Christen aus aller Welt haben sich am Sonntag zur Feier des Osterfests in der Jerusalemer Altstadt versammelt. Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, rief in der zentralen Ostermesse in der Grabeskirche zu Hoffnung und Glaubenstreue trotz der schwierigen Situation in Nahost auf. "Als Christen sind wir ins Herz des von Kriegen geschüttelten und von Gewalt gequälten Nahen Ostens gerufen, um Zeichen des Widerspruchs zu sein, Zeichen der Hoffnung über alles hinaus", sagte Twal in seiner Predigt.

Das Oberhaupt der lateinischen Katholiken im Heiligen Land sagte, die täglichen tragischen Ereignisse in der Region machten die Christen in Nahost zu Zeitgenossen des Kreuzes. "Unsere Zukunft in dieser Region ist unsicher, um nicht zu sagen finster", so Twal, der an die christlichen Märtyrer und Flüchtlinge in Syrien und im Irak erinnerte. Auch wenn Eigeninteressen die Oberhand hätten und die Politik und die internationale Gemeinschaft sich wenig "für unsere Freiheit und unser Schicksal" interessierten, dürfe die Hoffnung auf Frieden nicht aufgegeben werden.

Seit Donnerstag strömen Tausende Pilger zu den zentralen Feiern des Leidens und der Auferstehung Jesu, darunter auch viele koptische Pilger aus Ägypten, begingen nach julianischem Kalender zur gleichen Zeit den Palmsonntag. Sie zogen mit Palmzweigen und Jubelrufen in die Grabeskirche ein. Die deutschsprachigen Lutheraner feierten ihren Ostergottesdienst in den frühen Morgenstunden auf dem Gelände der evangelischen Himmelfahrtkirche am Ölberg.