EU-Nothilfe für Al-Yarmouk in Syrien

Angesichts der dramatischen Lage im palästinensischen Flüchtlingslager Yarmouk in Syrien stellt die Europäische Union 2,5 Millionen Euro für Soforthilfe bereit. „Das Leiden der Zivilisten erreicht unerträgliche Ausmaße (...)“, kommentierte der zuständige EU-Kommissar Christos Stylianides am Dienstag.

Die Konfliktparteien seien aufgerufen, Hilfsorganisationen unverzüglich und ohne Bedingungen Zugang zu dem Gebiet zu ermöglichen. Hintergrund der katastrophalen Lage ist ein Angriff der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf das Lager im Süden von Damaskus. Nach Angaben eines UN-Sprechers gab es dort zuletzt weder Lebensmittel und Trinkwasser noch Elektrizität oder Arzneimittel. Vor dem Bürgerkrieg in Syrien lebten in dem Lager rund 150.000 Palästinenser, die aus Israel vertrieben oder geflohen waren. Heute sind es nur noch 18.000.

Eine palästinensische Bürgerwehr versucht, das Camp zu verteidigen. Nach Angaben der Syrischen Menschenrechtsbeobachter in London kontrollierte der IS am Montag allerdings bereits 90 Prozent des Gebiets des Flüchtlingslagers.