Landesbischof der Nordkirche kritisiert die israelische Okkupation

Der Landesbischof der Nordkirche, Gerhard Ulrich, hat in seiner Weihnachtspredigt erneut vor zunehmender Gewalt im Konflikt im Heiligenland gewarnt. Laut vorab verbreitetem Redetext für die Weihnachtspredigt am Montag im Schweriner Dom sagte er, auf einer Begegnungsreise mit Mitgliedern des Lutherischen Weltbundes nach Israel-Palästina im November habe er erlebt, „wie die Zeit der Okkupation auf den Menschen lastet, die Seelen auf allen Seiten der Grenze und der Mauer deformiert; wie Grenzkontrollen die Menschen entwürdigen und wie dies alles neue Gewalt verursacht.”

Weiter sagte er: „Wir ahnten schon bei unserem Besuch in Jerusalem, was es bedeuten würde, wenn der Status der Stadt verändert werden würde, was ja inzwischen geschehen ist, und was nicht den Friedensprozess beschleunigt hat, sondern die Spirale der Gewalt.” Der Präsident der USA nenne das eine lange bestehende Realität. „Es ist eine durch Terror von beiden Seiten erzwungene, herbei gebombte, durch Okkupationen, Mauern und Siedlungen geschaffene Realität, die Freiheit beiderseits der Mauern unmöglich macht und Angst verbreitet und Schrecken.” Die Menschen in Israel-Palästina sehnten sich nach Frieden und sicherem Wohnen.

Ulrich sagte, Erlösung werde es geben, wenn die Menschen guten Willens, die religiösen und die konfessionslosen, zusammenstehen gegen die Fanatiker auf allen Seiten. Wie eine Erlösung werde es sein, wenn der Dialog der Kulturen und Religionen lebe.