Israelischer Abgeordneter schikaniert Angehörige von palästinensischen Häftlingen

Ein israelischer Abgeordneter des rechten Flügels gerät immer mehr unter Beschuss nachdem ein Video von ihm viral ging, wo er Angehörige palästinensischer Gefangener im Bus verbal angegangen hatte. Die Familien waren zu Besuch bei ihren Verwandten in einem israelischen Gefängnis gewesen.

Bei dem Abgeordneten handelt es sich um Oren Hazan, der sich selbst als den „israelischen Trump" bezeichnet. Dieser bestieg den Bus an der Grenze zum Gazastreifen mit Fernseh-Crews im Schlepptau. Laut den Nachrichten auf seinem Twitter-Account sagte er den Angehörigen, dass die Gefangenen Terroristen sind, „die unter die Erde gehören". Zudem beschimpft und beleidigt er in einem Videoclip die Mutter eines Gefangenen und bezeichnet ihren Sohn als „Ungeziefer" und „Hund".

„Ungeziefer?", schreit die Mutter zurück. „Mein Sohn ist der beste Mann. Ein Hund ist der, der ihn einen Hund nennt."

 „Ich werde dafür sorgen, dass du hier nicht mehr her kommen kannst. Wir werden alles tun, damit du hier nicht hineinkommst. Niemand will dich hier. Du hast deinen Sohn zum Mörder erzogen und wir werden deinen Sohn zu Grunde richten", droht Hazan der palästinensischen Mutter im Videoclip.

Nachdem die Mutter ihn dazu bittet, höflich zu bleiben, sagt er: „Sie haben ihren Sohn zu Mord und Hass erzogen. Für Leute wie Sie habe ich keine Manieren."

Die Familien im Bus befanden sich zu dem Zeitpunkt in einem Konvoi, der vom „Internationalen Komitee vom Roten Kreuz" (IKRK) begleitet wurde. Sie waren auf dem Weg zum Nafha-Gefängnis im Süden Israels. In einer Erklärung gab das IKRK bekannt, dass man das Geschehene „sehr ernst" nehme.

Das Rote Kreuz erklärte, Israel sei dazu verpflichtet, die „Sicherheit und Würde der palästinensischen Familien" zu gewährleisten und zu bewahren - auch beim Besuch von Häftlingen.

In dem Hochsicherheitsgefängnis Nafha in der israelischen Wüste sind hauptsächlich Palästinenser inhaftiert. Viele werden dort grundlos und ohne Anklage festgehalten.

Die verantwortlichen israelischen Behörden wollten sich zu dem Vorfall nicht äußern.