Auslandspresse kritisiert israelische Besatzungsarmee

Der "Verein der Auslandspresse" hat die israelische Besatzungsarmee beschuldigt, "gezielt Journalisten anzugreifen". In der Protestnote bezog sich der Verein, der alle Korrespondenten ausländischer Medien vertritt, auf Vorfälle am Freitagnachmittag am Rande von Protesten am Grenzübergang Kalandija zwischen Ost-Jerusalem und Ramallah. Dabei waren Pressefotografen in Augenhöhe mit Hartgummikugeln beschossen worden, eine Schockgranate war in ihren Rücken geworfen worden.

Besonders gefährlich sei der Angriff auf einen italienischen Fotografen gewesen, "der zu seinem Glück gerade fotografierte, sodass das auf seinen Kopf gezielte Hartgummigeschoss die Kamera zerstörte und ihn nicht ins Auge traf", hieß es in der Stellungnahme. Als die Fotografen, die klar sichtbar an den Besatzungssoldaten vorbei zu einer Haltestelle gegangen waren, um von dem Unterstand aus die Zusammenstöße zu dokumentieren, sich beim Kommandeur der Einheit beschwerten und die zerstörte Kamera zeigten, habe dieser nur gelacht und gesagt, da sei seinen Besatzungssoldaten offenbar ein Fehler unterlaufen.

Der Verein der Auslandspresse erklärte, in den vergangenen zwei Jahren habe er bereits rund zehn ähnlich lautende Beschwerden gegen die israelischen Streitkräfte eingereicht. Die zuständige Militärpolizei habe daraufhin nur in zwei Fällen ermittelt und auch diese Untersuchungen mangels Erkenntnissen eingestellt.