Human Rights Watch bedauert, dass Scharon nie vor Gericht gestellt wurde

Sarah Leah Whitson, Executive Director, der Middle East and North Africa Division von Human Rights Watch sagte, es sei sehr bedauerlich, dass man Scharon während all die Jahre nicht der Gerechtigkeit zugeführt habe, also der Justiz. Sein Ableben sei "eine düstere Erinnerung daran, dass Jahre der virtuellen Straffreiheit für Rechtsverletzungen den israelisch-palästinensischen Frieden keinen Deut näher gebracht haben."

Sharon sei gestorben, bevor er sich vor der Justiz für seine Rolle bei den Massakern und der illegalen Expansion der israelischen Siedlungen in den Palästinensergebieten habe verantworten müssen; solche Kriegsverbrechen seien juristisch zu verfolgen.

Die tausenden Opfer und Angehörigen die Scharon auf dem Gewissen habe, müssten nun damit leben, dass es keine Gerechtigkeit im Falle Scharon gebe, was "die Tragödie vergrößert".

Nach Scharons Tod sollen nun Palästinenser im Flüchtlingslager Ain al-Hilweh in Sidon im Libanon durch Singen auf der Straße sein Ableben gefeiert haben. Angeblich seien dabei Süßigkeiten an Passanten verteilt worden. Ähnliches wird aus dem Gazastreifen berichtet.

Nach dem Massaker musste Scharon deshalb 1982 als Verteidigungsminister Israels zurücktreten, schaffte es aber dennoch gut 20 Jahre später auch noch, Israels Premierminister zu werden. Trotz seiner relativ wahrscheinlichen direkten oder indirekten Involvierung in dieses Massaker wurde Ariel Scharon bis heute kein Prozess gemacht.