Siedler und Soldaten stoppen Wagen des palästinensischen Ministerpräsidenten

Eine Gruppe Siedler – aus Sicherheitsgründen von regulärer Besatzungsarmee Israels eskortiert – hielten heute das Dienstfahrzeug des Ministerpräsidenten Rami Hamdallah an einem Straßenkontrollposten nahe der Stadt Turmusayya – nördlich von Ramallah - an und für längere Zeit aufgehalten.

Das Zwischenspiel führte offenbar fast zu einer Prügelei zwischen den Soldaten und Hamdallahs Leibwächtern. Es habe sich eindeutig um den Versuch gehandelt, Hamdallah zu schikanieren, sagte der palästinensische Regierungssprecher Ihab Bseiso. und sprach von der Verletzung seiner Rechte. Schließlich ereignete sich der Vorfall auf dem Territorium seiner Autonomiebehörde.

Hamdallah berichtete Ma’an per Telefon, dass die Siedler sein Auto blockierten und seinen Fahrer und die Begleiter zwangen auszusteigen.

Er betonte, dass die Soldaten den Siedlern assistierten, die den Angriff auf ihn eindeutig gut geplant haben.

Die Nachrichtenseite Ynet berief sich auf einen ungenannten israelischen Offiziellen, der gesagt haben soll, dass Hamadullah wegen ‚rücksichtslosem Fahren’ angehalten wurde.

Weiter meldete Ynet, dass der MP unter Eid erklärt habe, dass einer der Uniformierten ihn als ‚Hund’ bezeichnet habe. „Die ganze Zeit befanden wir uns in den besetzten Gebieten!“

Die Polizei teilte mit, dass zur Stunde noch keine Rückfrage von Ma’an gekommen sei.

Die israelischen Besatzer spielen seit Jahren mit unkalkulierbaren Einschränkungen der Bewegungsfreiheit der Palästinenser. Die Israelis wechseln ständig ihre mobilen Straßenkontrollstellen und nur für die palästinensischen Anwohner komplett gesperrten Straßen usw. und üben massiven physischen Druck während der Kontrollen auf die Palästinenser aus.

Ständig sind etwa 100 permanente Checkpoints in der Westbank geöffnet und dazu kommen Hunderte, überraschend eingerichteten ‚fliegenden Kontrollstellen’.

Der Sprecher der israelischen Polizei, Mickey Rosenfeld, sagte auf Anfrage hingegen, die Autos seien nur wegen zu hoher Geschwindigkeit und gefährlicher Überholmanöver angehalten worden. Auf dem betreffenden Streckenabschnitt gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde. Mit welchem Tempo Hamdallah unterwegs war, sagte der Sprecher nicht. Offizielle Regierungsfahrzeuge mit gefährdeten Personen an Bord fahren jedoch aus Sicherheitsgründen oft viel schneller als erlaubt.

Der Zwischenfall ereignete sich mitten in der möglicherweise entscheidenden Phase der Friedensgespräche Israels mit den Palästinensern.