Der Fedaiyin* und das Land
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Mit diesem Gedicht hat Fedwa Tauqan dem gefallenen Widerstandskämpfer Mazen abou Ghazaleh ein Denkmal gesetzt.
am 30. September 1967 gab es im Hügelland von Tobas im Bezirk Nablus ein heftiges Gefecht zwischen einer Gruppe
palästinensischer Fedaiyin und den israelischen Besatzern. Nachdem die Palästinenser drei Tage starken Widerstand
geleistet hatten, ging ihnen die Munition aus. Mazen hielt weiterhin die Stellung, um den Rückzug seiner Freunde zu
decken. In seinem Tagebuch fand man folgende Eintragung datiert 15. Juni 1967: "O meine Lieben, o mein
Volk, o Gott, was soll ich schreiben und für wen ... Ich hoffe, dass ich nichts anderes schreiben
werden als einen Brief des Sieges". -1- Ich sitze, um zu schreiben. Was schreiben? Welchen Sinn hat noch das Wort? O meine Lieben, o mein Land, o mein Volk, wie verächtlich ist es, daß ich sitze und schreibe an diesem Tag. Schütze ich meine Lieben mit dem Wort? Rette ich mein Land mit dem Wort? Alle Worte sind heute wie Salz, von dem nichts grünt, nichts wächst in dieser Nacht… -2- Inmitten der Wirrnis und Verlorenheit leuchtet in seinem Herzen ein göttliches Licht, und in seinen augen entflammt eine Glut. Er klappte zu sein Heft und sprang auf, Mazen, ein Junge voll Mut. Er trug seiner Liebe Last, seines Landes und seines Volkes Sorgen und alle verstreuten Hoffnungsfunken. *****
-: Ich werde gehen, Mutter,werde gehen mit den Gefährten wohin mir beschieden mit dem Schicksal zufrieden, das ich tragen werde wie einen Stein an meinen Hals geschmiedet. Vorwärts geht es von hier. alles was ich habe, jeden Schlag in meiner ader, alle Liebe, allen Großmut, jede Ehre gebe ich dir, mein Land als Morgengabe, denn nichts als das Land ist teurer als du, meine Mutter. -: O mein Kind! O mein Herz! -: O Mutter, der Festzug, noch kommt er nicht, aber kommen wird er bestimmt mit von Ruhm beschleunigtem Schritt. -: O mein Kind! O … -: Sei nicht traurig, wenn ich falle und nicht mehr wiederkomme, denn unser Weg ist lang und hart und vor unserer ankunft erstrecken sich weit die Gestade der höllischen Nacht, die wir überqueren auf Fackeln von Blut. aber nach uns wird die Freude kommen, ganz bestimmt wird die Freude kommen, und Geben und Nehmen werden gleich. -: O ja mein Kind, geh! Seine Mutter gab ihm zum Schutze zwei Suren aus dem Koran. Nun, so geh! Und sie flehte für ihn im Namen Gottes auf den Koran. Mazen, ihr Junge, war ein Prinz, ein Held, er war ihr Ruhm und ihr Stolz in der Welt und war das Größte, was sie der Heimat gab. *****
Im Finster der Nacht,in der weiten Leere hat sie ihr Gebet verrichtet und ihr Gesicht gen Himmel gerichtet, und der Himmel war überflutet von Rätseln und Sternen. ………………. O Tag, an dem sie ihn dem Leben gab, ein kleiner Teig, duftend nach allem, was die Erde an Wohlgerüchen hat. O Tag, an dem sie ihn an ihrer Brust gestillt, die Seligkeit umarmend, hat sie den Sinn ihres Lebens gefühlt in einem Tropfen Milch. ……………… O mein Kind, o mein Herz, für diesen Tag hab ich dich geboren, für diesen hab ich dich an meiner Brust genährt, für diesen hab ich dir geschenkt mein Blut und meines Herzens Schlag, alles, was eine Mutter nur geben mag. O mein Kind, mein edler Sproß, herausgerissen nun aus edlem Land, geh. Denn nichts als das Land ist teurer als du, mein Sohn. -3-
- "Tobas", hinter den Hügeln lauschen Ohren gespannt den Worten, und aus den augen ist der Schlaf geflohen. Der Wind hinter der Mauer des Schweigens verborgen erhebt sich und heult in den Hügeln, keucht atemlos Und dreht sich im Kreise des Tods. Tausend Willkommen o Tod! Durchbohre den fallenden Stern und gehe über die Hügel wie ein Blitz mit flammender Stimme säe lebendiges Licht auf die Hügel in eine Erde, die kein Tod mehr besiegt, die niemals mehr der Tod besiegt. * Widerstandskämpfer gegen die Besatzungsmachtn Gesammelte Werke, Dar al-Awda, Beirut 1978
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